Parlament

Berner Stadtrat will 100 Regenbogen- und Transfahnen hissen lassen

zc, sda

23.6.2022 - 22:18

Pride March in Genf. Jedes Jahr am 17. Mai soll die Stadt Bern künftig 50 Regenbogen- und 50 Transgender-Flaggen hissen. Mit 38 zu 19 Stimmen überwies der Stadtrat eine Interfraktionelle Motion aus den Reihen der Ratslinken. (Archivbild)
Keystone

Jedes Jahr am 17. Mai soll die Stadt Bern künftig 50 Regenbogen- und 50 Transgender-Flaggen hissen. Mit 38 zu 19 Stimmen überwies der Stadtrat am Donnerstag eine Interfraktionelle Motion aus den Reihen der Ratslinken.

zc, sda

23.6.2022 - 22:18

Der 17. Mai ist seit 2005 der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie. Das Datum wurde gewählt, weil die Weltgesundheitsorganisation WHO am 17. Mai 1990 Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel der Krankheiten gestrichen hatte.

Als moderne und progressive Stadt müsse Bern ein Vorbild für andere Städte sein, heisst es in der Motion. Die Flaggen seien ein Zeichen gegen Diskriminierung aufgrund der Geschlechtsidentität oder der sexuellen Orientierung.

Der Vorstoss wurde 2018 eingereicht. Stadtpräsident Alec von Graffenried wies darauf hin, dass man seither am 17. Mai jeweils schon einige Flaggen gehisst habe. Der Gemeinderat sei bestrebt, deren Zahl zu steigern.

Das Parlament verlangt weiter, dass auf allen städtischen Formularen eine dritte geschlechtsneutrale Option geschaffen wird. Es erklärte eine weitere Motion der drei linken Fraktionen für erheblich, um Hürden für non-binäre Menschen abzubauen. Wo das Geschlecht keine Rolle spiele, solle man es einfach nicht erfassen.

Der Gemeinderat zeigte sich auch für dieses Anliegen offen. Man werde sehen, was sich machen lasse, obgleich die Einführung einer entsprechenden Geschlechtsoption auf Bundesebene noch ausstehe.

Die Stadt Bern setzt sich seit 2018 aktiv für die Gleichstellung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans, intergeschlechtlichen und weiteren queeren Menschen ein, unter anderem mit einem Aktionsmonat im Mai. Für ihr Engagement erhielt die Stadt kürzlich das Swiss LGBTI-Label.

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