StadtratStadt Bern sorgt sich um Gesundheitsversorgung von Sans-Papiers
zc, sda
2.5.2024 - 21:45
Die medizinische Versorgung von Sans-Papiers gab im Berner Stadtrat viel zu reden. (Symbolbild)
Keystone
Die Stadt Bern ist bestrebt, Lücken in der medizinischen Versorgung von Sans-Papiers zu schliessen. Das machte Gemeinderätin Franziska Teuscher (Grünes Bündnis) am Donnerstag im Parlament deutlich.
Keystone-SDA, zc, sda
02.05.2024, 21:45
SDA
Sie werde sich dafür einsetzen, dass die vom Schweizerischen Roten Kreuz organisierte Gesundheitsversorgung für Sans-Papiers (GVSP) über 2026 hinaus gewährleistet bleibe. Das Budget der GVSP von einer halben Million Franken wird zurzeit massgeblich durch die Stiftung Lindenhof finanziert.
Die Zusage besteht noch bis 2026. Wie es danach weitergeht, ist laut Teuscher offen. Die Stadt werde sich auf jeden Fall in die Gespräche einbringen. Weiter habe sie bereits den Zugang von Menschen mit tiefem Einkommen zur Zahnmedizin erleichtert. Zudem wolle man Verbesserungen im Bereich der psychologischen Versorgung erreichen.
Der Stadtrat hatte 2020 eine Richtlinienmotion überwiesen, die ein Pilotprojekt für eine bessere Gesundheitsversorgung von Sans-Papiers forderte. Am Donnerstag nahm er zur Kenntnis, dass der Gemeinderat den Handlungsbedarf zwar anerkennt. Aus finanziellen Gründen will er aber im Moment keine neuen Aufgaben übernehmen.
«Visionslose Politik»
«Ist das Euer Ernst?» fragte Anna Jegher namens der GB/JA-Fraktion. Eine gute Gesundheitsversorgung für alle zu gewährleisten sei klar eine Aufgabe der öffentlichen Hand. Wer das verkenne, betreibe eine «visionslose, rückwärtsgewandte und menschenfeindliche Politik».
Enttäuscht vom Gemeinderat war auch die AL/PdA-Fraktion. Dass Sans-Papiers nicht krank werden dürften, ohne existenzielle Probleme zu kriegen, sei ein Armutszeugnis für die reiche Schweiz, sagte David Böhner (AL).
Mehr Engagement forderte auch Halua Pinto de Magalhães namens der SP/Juso-Fraktion. Schliesslich habe sich die Stadt neulich zum sicheren Hafen für Geflüchtete ausgerufen.
Gegen Sogwirkung
Hinter den Gemeinderat stellte sich nur Alexander Feuz (SVP): Ein neues Angebot würde auswärtige Sans-Papiers ermutigen, nach Bern zu ziehen. Die übrigen Fraktionen äusserten sich nicht.
Sozialdirektorin Franziska Teuscher erinnerte daran, dass der Stadtrat vergangene Woche eine Motion für ein mobiles Gesundheitszentrum überwiesen hat. Vulnerablen Menschen soll so der Zugang zu medizinischer Versorgung erleichtert werden. Dabei sollen laut Teuscher auch Sans-Papiers einbezogen werden.
T-Rex in Zürich: «Man kann es einfach nicht in Worte fassen»
Zum ersten Mal überhaupt wird in Europa ein T-Rex-Skelett versteigert: Bis zum 16. April 2023 kann «Trinity» in der Zürcher Tonhalle bestaunt werden. Die Fachleute sind von dem Fossil regelrecht hingerissen.
30.03.2023
Offene Drogenszene – als Zürich an der Nadel hing
Wie es zur offenen Drogenszene in Zürich kam und was damals wirklich passierte, zeigen wir im historischen Rückblick.
03.02.2022
Erklärt: Das Schweizer Bio-Ei kommt vom Hybridhuhn – Und was heisst das jetzt?
Die Hühnerzucht weltweit haben sich eine Handvoll Player untereinander aufgeteilt. Auch in Schweizer Ställen stehen Hochleistungssportler. Man wird ja wohl nochmal fragen dürfen: Was bedeutet das für Bio-Ei-Käufer?
17.09.2020
T-Rex in Zürich: «Man kann es einfach nicht in Worte fassen»
Offene Drogenszene – als Zürich an der Nadel hing
Erklärt: Das Schweizer Bio-Ei kommt vom Hybridhuhn – Und was heisst das jetzt?