Alte Bauernhäuser: St. Galler Bauchef soll Abrissflut stoppen

SDA

12.11.2019 - 10:20

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz hat den Kanton St. Gallen in einem offenen Brief kritisiert. Der Abbruch von typischen Bauernhäusern laufe im Schnellzugstempo ab.

Seit anfangs Oktober 2019 seien 20 Baugesuche für Abrisse von teils alten landschaftsprägenden Bauernhäusern publiziert worden, heisst es im Schreiben, das die Stiftung Landschaftsschutz (SL) am Dienstag veröffentlicht hat. Stattdessen würden Ersatzneubauten ausserhalb der Bauzone bewilligt.

Die Qualität der Ersatzneubauten lasse in den allermeisten Fällen «leider völlig zu wünschen übrig». Dieser Boom bedrohe das baukulturelle Erbe massiv. Die Stiftung fordert den St. Galler Bauchef Marc Mächler (FDP) auf, «raschmöglichst Vorkehrungen zu treffen, diese Entwicklung in normale Bahnen zu lenken».

Er könne sich nicht vorstellen, dass bei der damaligen Lancierung der St. Galler Standesinitiative für den erleichterten Abriss und Wiederaufbau der Bauernhäuser solche exzessiven Ausmasse gewollt waren, schreibt SL-Geschäftsleiter Raimund Rodewald im Brief.

Im November 2012 war beim Bund im Raumplanungsgesetz der Abbruch und Neubau von Gebäuden ausserhalb der Bauzone gelockert worden. Die Änderung ging auf eine St. Galler Standesinitiative zurück, die 2008 eingereicht wurde.

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