Gleichberechtigung – Linke erinnern Kanton an Vorbildfunktion

SDA

12.6.2019 - 12:04

Am Freitag findet der zweite landesweite Frauenstreik statt. Anlass für die SP-Grüne-Fraktion im St. Galler Kantonsrat, fünf Vorstösse zur Gleichberechtigung in der Arbeitswelt einzureichen: Gefordert werden Massnahmen, um den Anteil der Frauen in Kaderpositionen zu erhöhen ,und die Abschaffung von Lohnunterschieden.

Die SP-Grüne-Fraktion hat es sich zum Ziel gesetzt dort, alles zu versuchen, um die Gleichberechtigung der Geschlechter voranzutreiben, heisst es in einer Mitteilung der Fraktion.

Innerhalb der Staatsverwaltung wurde eine Überprüfung der Lohngleichheit zwischen Mann und Frau durchgeführt. Das Ergebnis: Eine systematische Diskriminierung gibt es nicht, eine Lohndifferenz aber schon: Frauen verdienten «unter Berücksichtigung der aggregierten Datenbasis» bei sonst gleichen Voraussetzungen rechnerisch 2,4 Prozent weniger als Männer.

Ungleichbehandlungen

Die SP-Grünen-Fraktion will in einer Interpellation wissen, wie im neu eingeführten Lohnsystem (NeLo) künftig Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern vermieden werden. Das neue Lohnsystem, welches bei der Höhe der gewährten Lohnanstiege neu einen grossen Ermessensspielraum vorsieht, berge die Gefahr von Ungleichbehandlungen.

Der Kanton habe eine wichtige Vorbildfunktion, wenn es um gleiche Löhne für gleiche Arbeit geht, heisst es in der Interpellation «Schlechtere Löhne für Frauen nach Mutterschaft».

Waren Frauen nach der Geburt im Mutterschaftsurlaub, so hätten sie ihren «Anspruch» auf eine individuelle Lohnerhöhung verwirkt, auch wenn diese Frauen sehr gute Arbeit geleistet hätten und weiterhin leisteten. «Eine solche Ungleichbehandlungen darf der Kanton nicht zulassen», findet die SP-Grüne-Fraktion.

Mehr Frauen in Kaderpositionen

Frauen seien in Kaderpositionen weiterhin deutlich untervertreten. Aus Sicht der SP-Grüne-Fraktion sei dies im Jahr 2019 ein unhaltbarer Zustand.

Die Fraktion fordert in einer Motion eine Ergänzung des Personalgesetzes. Darin soll erstmals klar und unmissverständlich festgehalten sein, dass der Kanton für das Staatspersonal die notwendigen Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schafft und für eine angemessene Vertretung von Frauen in Kaderpositionen sorgt.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie müsse in Zeiten der Gleichberechtigung eine Selbstverständlichkeit sein, schreibt die Fraktion in einem weiteren Vorstoss. Es brauche echte Teilzeitstellen und spezielle Massnahmen, um den Anteil von Frauen in Kaderstellen zu erhöhen.

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