St. Galler Kantonsrat für höhere Abgeltungen für Waldbesitzer

SDA

13.6.2019 - 14:50

Eine Kommission des St. Galler Kantonsrats hat höhere Abgeltungen für Waldbesitzer vorgeschlagen. Die Regierung lehnte dies ab. Die Mehrheit des Rats sprach sich am Donnerstag im Rahmen der Klimasession für die Motion aus, wollte die Unterstützung aber nicht beziffern.

In der letzten Februarsession hatte der Kantonsrat über die Situation der Waldwirtschaft diskutiert. Dabei wurde erklärt, dass die Wald- und Holzbewirtschaftung für viele Besitzerinnen und Besitzer nicht mehr rentiere. Aus Kostengründen werde auf die Pflege verzichtet.

Die Funktion des Waldes als Schutz und Erholungsraum sei nicht mehr gewährleistet. Es brauche deshalb dringend eine gezielte Abgeltung für aufwendige Waldleistungen, stellte die Kommission fest. Als Beispiele dafür verwies sie auf Projekte, mit denen Trinkwasserspeicher gesichert werden oder auf Massnahmen, mit denen dem Klima angepasste artenreiche Wälder entwickelt werden. Am Donnerstag wurde nun der Vorstoss behandelt, der die Abgeltungen ermöglichen würde.

Klare Mehrheit für Abgeltungen

Die Regierung hatte sich dagegen ausgesprochen. Es gebe keinen gesetzgeberischen Handlungsbedarf, die bisherige Förderung anzupassen, argumentierte Regierungsrat Bruno Damann (CVP). Allenfalls werde man aber für die Umsetzung der Biodiversitätsstrategie beim Kantonsrat zusätzliche Mittel beantragen. Eine allfällige Entschädigung der Kosten für die Waldbesitzer solle auf lokaler Ebene mit den Nutzniessern, «Gemeinden oder Dritten», ausgehandelt werden, schlug er vor.

CVP-Kantonsrat Andreas Widmer konkretisierte in einem Antrag die gewünschte Unterstützung. So sollen Mittel in der Höhe von 10 Franken pro Kubikmeter Soll-Holznutzung bereitgestellt werden. Neben Beiträgen von Bund, Kanton und Gemeinden seien auch Waldeigentümer und Drittorganisationen in die Finanzierung einzubeziehen. Die Funktion des Waldes für den Klimaschutz sei riesig, sagte Widmer. Der Antrag wurde mit 23 Ja zu 79 Nein abgelehnt.

Die Motion der vorberatenden Kommission erhielt schliesslich mit 93 Ja gegen 10 Nein grosse Unterstützung und wurde überwiesen.

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