Zwei St. Galler Regierungssitze sind noch nicht besetzt

SDA

8.3.2020 - 18:27

Wahlsieger CVP: Der bisherige Regierungsrat Bruno Damann schaffte das beste Resultat, Susanne Hartmann wurde als einzige neue Kandierende im ersten Wahlgang gewählt.
Source: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Nach dem ersten Wahlgang sind noch zwei Sitze in der siebenköpfigen St. Galler Regierung nicht besetzt. Offen ist unter anderem, ob sich SP und Grüne auf eine gemeinsame Kandidatur einigen können.

Nach dem ersten Wahlgang herrschte am Sonntagabend unter den Kandidierenden grosse Zufriedenheit. Dies zeigten zumindest die Reaktionen quer durch die Parteien: Entweder waren die Erwartungen erfüllt – oder übertroffen worden.

«Überwältigt», zeigte sich Susanne Hartmann nach der Bekanntgabe des Ergebnisses im Pfalzkeller. Sie habe in vielen Regionen im Kanton über keinen grossen Bekanntheitsgrad verfügt – und sei trotzdem im ersten Wahlgang gewählt worden. Die Wiler Stadtpräsidentin wurde auch getragen vom insgesamt guten Ergebnis der CVP, das sich bei den Kantonsratswahlen mit einem Sitzgewinn auswirkte.

Hartmanns Parteikollege Bruno Damann schaffte in seinen ersten Erneuerungswahlen als Regierungsmitglied das beste Resultat aller Bisherigen. «Wir haben unser Hauptziel erreicht und konnten beide CVP-Regierungssitze halten», bilanzierte er.

Bisherige setzten sich durch

Alle vier bisherigen Regierungsmitglieder wurden ohne Probleme wiedergewählt. Sie lagen bei allen Zwischenresultaten konstant vorne. Hinter Bruno Damann folgten Marc Mächler (FDP), Fredy Fässler (SP) und Stefan Kölliker (SVP) mit vergleichsweise kleinen Unterschieden in der Stimmenzahl. Susanne Hartmann lag dann mit rund 7600 Stimmen mit doch deutlichem Abstand auf dem fünften Platz.

Über «das beste Ergebnis der Nichtgewählten», freute sich SVP-Fraktionschef Michael Götte, dessen Resultat rund 5000 Stimmen unter dem absoluten Mehr lag. Die Zahlen zeigten, dass er überall dort unterstützt werde, «wo man mich kennt». Ebenfalls zufrieden gab sich Beat Tinner (FDP): «Ich habe immer mit einem zweiten Wahlgang gerechnet». Beide Kandidaten wollen nochmals antreten, die Bestätigung durch ihre Parteien ist da wohl nur noch Formsache.

Gespräche zwischen SP und Grünen

Komplizierter wird es bei den beiden Kandidatinnen von SP und Grünen. Laura Bucher (SP) lag bei den Zwischenresultaten lange deutlich hinter Götte und Tinner – bis die Stadt St. Gallen ausgezählt wurde und sich der Abstand auf den siebten Platz auf noch 526 Stimmen verringerte. Für sie habe das Resultat gezeigt, «dass die Stimmberechtigten mindestens eine weitere Frau in die Regierung wählen wollen».

Ebenfalls ein gutes Resultat erreichte Rahel Würmli von den Grünen. Die frühere Stadträtin von Rapperswil-Jona lag aber doch knapp 6000 Stimmen hinter Bucher zurück.

Wie es mit den beiden Kandidatinnen weitergeht, war am Sonntagabend noch unklar. Sowohl SP als auch Grüne wollen zuerst innerhalb der Partei die Ausgangslage für den zweiten Wahlgang am 19. April diskutieren. Danach werde es auch Gespräche miteinander geben, kündigte Thomas Schwager, Parteipräsident der Grünen an. Bisher haben SP und Grünen im Kantonsrat in einer Fraktion politisiert. Im neuen Parlament erreichen die Grünen dank Sitzgewinnen nun selber Fraktionsstärke.

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