Zeidlers WM-Fazit

«Yakin hat schon gezeigt, dass er die richtige Besetzung ist»

Von Luca Betschart

7.12.2022

Zeidler: «Die Spieler haben es nicht ganz geschafft, den Achtelfinal als Spiel ihrer Karriere zu sehen»

Zeidler: «Die Spieler haben es nicht ganz geschafft, den Achtelfinal als Spiel ihrer Karriere zu sehen»

St.Gallen-Trainer Peter Zeidler äussert im WM-Talk Heimspiel eine Vermutung, wieso die Schweiz gegen Portugal nicht die gleiche Intensität auf den Platz brachte wie in den Spielen zuvor.

07.12.2022

Peter Zeidler erklärt im WM-Talk Heimspiel, wieso er der Schweiz nachträglich eine andere Gruppeneinteilung wünscht. An Trainer Murat Yakin zweifelt er nicht. Aus verschiedenen Gründen.

Von Luca Betschart

7.12.2022

Das Abschlusstraining ist längst beendet, als Murat Yakin vor dem WM-Achtelfinal zur Kenntnis nehmen muss, dass er gegen Portugal nicht auf Aussenverteidiger Silvan Widmer zählen kann. Wie sich der erkältungsbedingte Ausfall und der wohl damit verbundene Systemwechsel für die Mannschaft auswirkt, ist bekannt. Auch wenn Murat Yakin in der veränderten taktischen Ausrichtung nicht den Hauptgrund für die Pleite sieht: «Die Spieler kennen das System, das ist für sie nichts Neues.»

Im WM-Talk auf blue Sport macht St.Gallen-Coach Peter Zeidler auf eine weitere mögliche Ursache für das klare Aus gegen Portugal aufmerksam. «Das werden die Spieler nicht gerne hören. Aber es gibt die Diskussion, ob sie zu viel Energie verbraucht haben im Spiel gegen Serbien. Gar nicht auf physischer, sondern auf mentaler Ebene», sagt Zeidler. «War der Höhepunkt schon Serbien? Das weiss ich nicht, es gibt sicher nicht nur eine Erklärung. Ich glaube trotzdem, dass es mit reinspielt.»

«Xhaka kann nichts dafür, dass die Auslosung wieder so war»

Womöglich auch bei Granit Xhaka. Zeidler hält viel vom Nati-Captain: «Wenn ein Spieler so Einfluss hat auf die Mannschaft des Tabellenführers in England, dann ist er unantastbar. Er ist ein grandioser Spieler. Und er kann nichts dafür, dass die Auslosung wieder so war, dass Serbien in der Gruppe der Schweiz ist», sagt der 60-Jährige, der überzeugt ist: «Im Nachhinein wäre es ganz klar besser gewesen, sie wären nicht in dieser Gruppe gewesen.»

So aber kann die Schweiz in der ersten echten K.o.-Partie das Potenzial, mit Portugal auf Augenhöhe zu spielen, nicht abrufen. «Schade, dass es beim wichtigsten Wettbewerb, den es gibt, nicht klappt. Dass das 1:6 ausgeht, ist schon blöd», so Zeidler.

Zeidler: «Diese Pleite wird für Murat Yakin eine Motivation sein»

Zeidler: «Diese Pleite wird für Murat Yakin eine Motivation sein»

Peter Zeidler und Daniel Gygax zeigen sich im WM-Talk Heimspiel überzeugt von Murat Yakin und seiner Arbeit als Nati-Coach.

07.12.2022

Eine Motivation für kommende Aufgaben

Der Frust ist gemäss Gygax auch Trainer Yakin anzumerken, zumindest wenn man ihn kenne. «Er war richtig angefressen nach dem Match. Am liebsten hätte er sofort den nächsten Match mit der Mannschaft gespielt», sagt der blue Fussballexperte, der ebenfalls in den höchsten Tönen vom Nati-Coach schwärmt: «Bis jetzt hat er hervorragende Arbeit geleistet. Alles ging auf, was er in der Nati angefasst hat.» Mit Ausnahme des Portugal-Spiels.

Gygax und Zeidler sind zuversichtlich, dass sich Yakin vom Ausrutscher nicht aus der Spur bringen lässt. «Ich kann mir gut vorstellen, dass er das schnell abhacken und wieder angreifen wird», meint Gygax. Zeidler stimmt zu: «Es wird für ihn eine Motivation sein, dass er wieder auf dieses Niveau kommt und wieder an einem grossen Wettbewerb mitmachen darf. Da will er wieder hinkommen. Man hat in den ersten drei Spiele gemerkt, wie es ihm Spass macht und er sich wohlfühlt.»

Zweifel, Yakin könnte nicht der richtige Mann für die Nati sein, hat Zeidler ohnehin keine: «Dass er die richtige Besetzung ist, hat er bereits gezeigt in den letzten Monaten.» Nun gehe es für den Nati-Coach und sein Team darum, eine gründliche Analyse zu machen und die treffenden Schlüsse zu ziehen. «Ich denke Murat ist so stark und gut, dass er das ganz selbstkritisch analysieren wird», sagt Zeidler und fügt an: «Aus Niederlagen kann man immer am meisten lernen. Dann gehts wieder los.»

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