5 Gründe, warum die Serie A wieder richtig Spass macht

jar

17.8.2018

Ancelotti will mit Napoli das Juve-Starensemble um Ronaldo und Dybala angreifen.
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Am Samstag startet auch die Serie A in die Saison 2018/19. Nachdem der italienische Calcio im vergangenen Jahrzehnt unten durch musste, befindet er sich jetzt wieder im Aufschwung.

Der eine oder andere Fussball-Fan der jüngeren Generation wird es kaum glauben, aber die Serie A war vor nicht allzu langer Zeit sozusagen die Heimat der glorreichen Fussballstars. In den 80er- und 90er-Jahren spielten die besten Kicker nicht bei Real Madrid oder Barcelona, sondern bei Juve, Inter oder Milan. Von 1982 bis 1998 ging der Ballon d' Or nur viermal an einen Spieler, der seine Brötchen nicht in der Serie A verdiente. Platini, Van Basten, Baggio, Ronaldo, Zidane – sie alle prägten die goldenen Jahre des italienischen Fussballs.

Nach dem Manipulationsskandal im Jahr 2006 ging es steil bergab mit dem Calcio. Nur noch zweimal konnte ein Team aus der Serie A seither die Champions League gewinnen (2007 Milan, 2010 Inter). Auch in der Weltfussballer-Wahl haben die Italiener schon lange nichts mehr zu bestellen. Kaka holte sich die Trophäe im Jahr 2007 als Milan-Star, seither ist es ein Zweikampf zwischen Lionel Messi und Cristiano Ronaldo.

Letzterer ist aber ein Beweis dafür, dass es mit der Serie A nun wieder bergauf geht. Endlich hat Italiens Fussballoberhaus wieder einen Weltfussballer. Ronaldo ist aber nur das Tüpfelchen auf dem i. 

Hier sind fünf Gründe, warum die Serie A wieder richtig Spass macht:

1. Schweizer

Zwei sind gegangen, drei sind dazugekommen. Mit Stephan Lichtsteiner (zu Arsenal) und Silvan Widmer (zu Basel) hat die Serie A zwar ihre zwei Schweizer Rechtsverteidiger verloren. Dennoch spielt in dieser Saison ein Schweizer mehr in der Liga als noch im Vorjahr. Edimilson Fernandes (Fiorentina), Johan Djourou (SPAL) und Joel Untersee (Empoli) sind neu dazugekommen. Mit Ricardo Rodriguez (Milan), Valon Behrami (Udinese), Blerim Dzemaili (Bologna) und Remo Freuler (Atalanta) spielen insgesamt sieben Schweizer in Italiens Oberhaus.

Edimilson Fernandes erhofft sich in Florenz mehr Spielzeit als er bei West Ham bekam.
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2. Ronaldo – aber auch andere Superstars

Cristiano Ronaldo ist der lebende Beweis dafür, dass Superstars wieder den Weg nach Italien finden. Auch Luka Modrid soll unbedingt zu Inter Mailand wechseln wollen. Dass andere Grössen wie Paulo Dybala, Mauro Icardi oder Sergej Milinkovic-Savic nicht schon längst bei Real, Barça oder in England spielen, sagt auch viel über die aktuelle Relevanz der Serie A aus. 

3. Spannung im Meisterrennen?

Juventus hat den Meistertitel zwar zuletzt siebenmal in Folge gewonnen und sich für die neue Saison noch einmal gewaltig verstärkt. Ronaldo, Leonardo Bonucci, Emre Can und João Cancelo, um nur die wichtigsten Neuzugänge zu nennen. Doch Juve wird den Meistertitel nicht als primäres Ziel haben – die Turiner wollen endlich wieder die Champions League gewinnen, was ihnen 1996 zum ersten und letzten mal gelang. 

Natürlich ist Juve auch in der neuen Saison der haushohe Favorit, doch insbesondere Napoli hat in der vergangenen Spielzeit gezeigt, dass die Zeit für einen neuen Meister durchaus reif sein könnte. Napoli holte 91 Punkte – so viel, wie Juve 2016 und 2017 für den Titel benötigte. Das Team der Süditaliener ist mehr oder weniger zusammengeblieben, mit Jorginho verliess nur ein Leistungsträger den Verein. Verleiht Carlo Ancelotti Napoli nun den letzten nötigen Schliff für den ersten Meistertitel seit 1990?

Auch Inter Mailand muss man in dieser Saison wieder auf dem Zettel haben. Die Nerazzurri haben sich in diesem Sommer eindrucksvoll verstärkt:

Die Neuzugänge von Inter Mailand.
transfermarkt.ch

4. Kampf um Champions-League-Plätze

Auch hinter dem Spitzentrio, das den Titel wahrscheinlich unter sich ausmachen wird, wird es spannend: Da sich in Italien seit letzter Saison vier Mannschaften direkt für die Champions League qualifizieren, können sich auch die AS Roma, die AC Milan und Lazio Rom berechtige Hoffnungen auf die Teilnahme an der Königsklasse machen. 

Die AS Roma, letzte Saison auf Platz 3 und im Champions-League-Halbfinal, musste mit Alisson und Nainggolan zwei wichtige Spieler abgeben. Nun ruhen die Hoffnungen auf den Neuzugängen Steven Nzonzi, Javier Pastore und Patrick Kluiverts Sohn Justin. 

Justin Kluivert ist erst 19 Jahre alt, die Roma-Fans erwarten aber schon viel vom Stürmertalent.
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Die AC Milan will nach einer erneut enttäuschenden Saison endlich wieder angreifen. Gonzalo Higuain und Mattia Caldara sollen die Lücke füllen, die Leonardo Bonucci und Nikola Kalinic hinterlassen haben. Zudem haben sich die Rossoneri am letzten Trasfertag noch Verstärkung für die Aussenbahnen geholt: Diego Laxalt und Samu Castillejo kommen.

Lazio hat von den sechs Top-Teams nach den Abgängen von Felipe Anderson und Stefan de Vrij wohl die schlechtesten Karten auf einen Platz in den Top 4.

5. Catenaccio? Von wegen!

Italien gilt seit jeher als das Land des defensiven Fussballs. Allein die letzte Spielzeit hat aber gezeigt, dass die Jahre des Catenaccio definitiv vorbei sind. 2017/18 fielen in der Serie A 1017 Tore. Zum Vergleich: In der englischen Premier League gab es letzte Saison nur einen Treffer mehr zu bejubeln, in Spanien waren es 1024. In der deutschen Bundesliga (nur 34 Spieltage) fielen nur 855 Tore.


Die Serie A startet am Samstag um 18 Uhr mit der Partie Chievo Verona gegen Juventus Turin. Cristiano Ronaldo wird für Juve sein Debüt geben. Auf Teleclub können Sie alle Spiele der Serie A live mitverfolgen.

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