FC Barcelona

Ex-Berater verteidigt Griezmann: «Der Klub ist krank, nicht er»

pat

10.11.2020

Antoine Griezmann durchlebt bei Barça schwierige Zeiten.
Bild: Keystone

Antoine Griezmann rennt seit seinem Wechsel zum FC Barcelona im Sommer 2019 seiner Bestform hinterher. Sein Ex-Berater Eric Olhats nimmt seinen früheren Schützling in Schutz und kritisiert Superstar Lionel Messi scharf.

Im Gespräch mit «France Football» äussert sich Olhats zur anhaltenden Kritik an Griezmann: «Antoine kam zu einem in Schwierigkeiten steckenden Klub, in dem Messi zu allem eine Meinung hat. Er ist gleichzeitig Kaiser und Monarch, und er hat die Verpflichtung von Antoine kritisch beäugt.»

Er habe Antoine immer sagen hören, dass es kein Problem mit Messi gebe, «aber niemals umgekehrt», so Olhats. Auch Messis Transfertheater im vergangenen Sommer stiess ihm sauer auf: «In meinen Augen sagte Messi, dass er gehen wolle, um zu sehen, welche Rolle er als Entscheidungsträger hinsichtlich Zu- und Abgängen noch spielt.» Dies sei ein «klassischer Messi», so Griezmanns Ex-Berater. Und weiter: «In diesem Klub gab es ein Krebsgeschwür, das offensichtlich einige Spuren hinterlässt.»

Olhats: «Die Bedingungen sind nicht gut»

Griezmann, der bei Atlético Madrid und in Frankreichs Weltmeister-Elf überragende Leistungen zeigte, wechselte 2019 für 120 Millionen Euro zu Barcelona. Doch bei Barça tut er sich bis heute ungeheuer schwer, an die Leistungen vergangener Tage anzuknüpfen. Das hänge auch mit Messi zusammen. «Der Klub ist krank, nicht er. Letztes Jahr, als Antoine kam, sprach Messi nicht mit ihm, spielte ihm nicht den Ball zu», poltert Olhats. Unter diesen Umständen sei es für Griezmann ein «Trauma» gewesen, in Barcelona Fuss zu fassen.

Auch die anhaltenden Unruhen rund um den Verein seien nicht spurlos am 29-jährigen Franzosen abgeprallt. Olhats erwähnt den Rücktritt des arg in die Kritik geratenen Präsidenten Josep Maria Bartomeu, das Debakel gegen die Bayern und die Tatsache, dass Griezmann in Barcelona bereits unter dem dritten Trainer spielt. Kurz: «Die Bedingungen sind nicht gut.»



Griezmann hat inzwischen 57 Pflichtspiele (49 Startelfeinsätze) für Barcelona bestritten, dabei hat er 17 Tore und fünf Assists beigesteuert. Keine so schlechte Ausbeute, von einem Spieler vom Format Griezmann hätte man in Barcelona aber deutlich mehr erwartet. Olhats gibt sich aber «sehr zuversichtlich», dass der flinke Franzose seine Kritiker noch wird verstummen lassen.

Und vielleicht ist ja auch alles nur halb so wild, wie Olhats behauptet. Zumindest das folgende Bild zeigt, dass Messi und Griezmann an manchen Tagen durchaus harmonieren können.

Lionel Messi und Antoine Grizemann liegen sich in den Armen.
Bild: Keystone
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