Akribischer Favre hinterlässt in Dortmund bereits Eindruck

Lbe

1.8.2018

Dirigent an der Seitenlinie: Lucien Favre
Bild: Getty Images

Mit Lucien Favre will Borussia Dortmund zurück in die Erfolgsspur finden. Nach der neuntägigen USA-Reise und zwei Testspiel-Siegen gegen Liverpool (3:1) und Manchester City (1:0) herrscht in Dortmund Zuversicht.  

Neben den beiden Siegen gegen die Premier-League-Klubs setzte es für den BVB im letzten Test vor der Rückreise nach Deutschland eine 2:3-Niederlage nach Penaltyschiessen ab, obwohl man mit 2:0 in Führung gehen konnte. Favre zeigte allerdings Verständnis für die Hergabe dieses Vorsprungs, stand am Schluss doch eine sehr junge Mannschaft auf dem Platz. Das Durchschnittsalter der fünf Penalty-Schützen lag gar bei 19.2 Jahren. 

Trotzdem: Der BVB konnte in den Testspielen in Übersee die sportlichen Erwartungen ein erstes Mal übertreffen. Noch vor Lucien Favres erstem Pflichtspiel bei seinem neuen Verein gibts viel Lob für den 60-Jährigen. Nicht nur von der eigenen Klubführung. In einem Interview mit der «Bild» zollt auch Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge dem Romand seinen Respekt: «Lucien ist bekannt dafür, dass er im ersten Jahr immer sofort top funktioniert. Das wird der grösste Konkurrent um die Deutsche Meisterschaft sein.»  

Rummenigge erinnerte sich vermutlich an Favre als Retter vor dem Abstieg in Gladbach, als er die Mannschaft nach 22 von 34 Spielen übernahm und vom letzten Tabellenrang zum Klassenerhalt führte. Auch in Nizza legte er einen enorm starken Start hin und holte mit seiner Mannschaft die Wintermeisterschaft in der Ligue 1. Wie kommt das?

Details sollen zum Erfolg führen

Das deutsche Onlineportal «Focus» deckt nun Details unter Favres Führung auf, denen grosse Bedeutung zugeschrieben wird und die möglicherweise zu den schnellen Erfolgen beitragen. Ein Detail betrifft die Ernährung. Die BVB-Akteure haben beispielsweise auf herkömmliche «Pommes Frites» zu verzichten, während Süsskartoffelpommes geduldet werden. Aber auch auf dem Platz fällt Favre dadurch auf, dass er sich auf Kleinigkeiten fokussiert: Bei Standardsituationen bestimmt er sowohl Startpositionen wie Laufwege der Spieler. Und bei einem gegnerischen Freistoss springt die Mauer auf Zeichen des 60-Jährigen auf. Für eine optimale Zweikampfführung wird ausserdem eine Analyse der Fussstellung und Handhaltung vorgenommen. Dementsprechend hoch sind die Anforderungen an die Spieler. Neuzuzug Abdou Diallo: «Ich muss sehr viel lernen, weil er sehr detailversessen ist.»

Dortmunder schwärmen von Favre

Doch die akribische Art Favres kommt bei den Spielern gut an. Marco Reus lobt seinen Trainer im Sponsoren-Talk «Brinkhoffs Ballgeflüster» in höchsten Tönen. «Was ich bisher gesehen habe, ist Wahnsinn. Er zeigt dir, wie du verteidigen sollst, wo du richtig stehst, welchen Fuss des Mitspielers du anspielen musst. Er ist fachlich und menschlich der beste Trainer, den ich je hatte.»

Wow! Immerhin hat Reus auch schon unter Klopp und Tuchel gespielt. Und auch Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist überzeugt, dass Favre die Erwartungen erfüllen wird. 

Den Schwung aus der USA-Woche sollte das Team von Favre jedenfalls mitnehmen. Der schwierige Auftakt in die Pflichtspielsaison mit dem Auswärtsspiel im DFB-Pokal gegen Zweitligist Greuther Fürth und dem Duell mit RB Leipzig zum Bundesligastart eine Woche später kann für den BVB bereits wegweisend sein. Zuerst gehts für Schwarzgelb aber noch in ein achttägiges Trainingslager in die Schweiz – wie immer in den vergangenen Jahren nach Bad Ragaz, wo die Mannschaft heute angekommen ist. 

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