Imke Wübbenhorst: «Ich bin Profi, ich stelle nach Schwanzlänge auf»

pat

17.1.2019

Imke Wübbenhorst, Trainerin bei den Männern des BV Cloppenburg.
Bild: Instagram

Frauenfussball ist das eine, aber Frauen im Männerfussball, das geht gar nicht – so sehen das viele Fussball-Fans. Imke Wübbenhorst, Trainerin bei den Männern des BV Cloppenburg, weiss damit umzugehen.

Die 30-jährige Wübbenhorst wurde einst mit der U-19 Europameisterin und spielte in der Bundesliga, kaum einer ihrer Schützlinge wird das einmal von sich behaupten dürfen. Denn der BV Cloppenburg spielt in der Oberliga, der fünfthöchsten Stufe im deutschen Fussball. Ihr Ziel ist es, den Tabellenletzten vor dem Abstieg in die 6. Liga zu bewahren.

Speziell ist das Engagement von Wübbenhorst aber allemal, denn sie ist die erste Frau in Deutschland, die ein Team in einer der fünf höchsten Ligen (das Niveau ist auch in der Oberliga beachtlich – unter Wübbenhorst wird fünfmal statt wie bisher dreimal die Woche trainiert) coacht. Warum auch nicht? Als ehemalige Bundesliga-Spielerin weiss sie, an welchen Schrauben sie drehen muss. Sie spricht über fehlende Konterstürmer, hat Ideen, wie das Mittelfeldpressing optimiert werden kann und hat stundenlange Analysen der eigenen Mannschaft und der Gegner gemacht. Nichts will sie dem Zufall überlassen.

Der bisherige Assistenztrainer Cloppenburgs hat laut «Bild» den Verein nach der Anstellung von Wübbenhorst sofort verlassen. Er trage keiner Frau die Hütchen hinterher. Sie nimmt es gelassen und sagt: «Der Fussball wird immer männerdominiert bleiben. Auch wenn sich die Gesellschaft weiter verändert.» 

Als Frau sieht sie sich seit Bekanntgabe ihres Engagements mit Fragen konfrontiert, die meist nichts mit Fussball zu tun haben. Der «Welt» erzählte sie in einem Interview, in dem es darum ging «niveaufreie Fragen» zu stellen, eine schöne Anekdote. Als sie von jemandem gefragt worden sei, ob sie eine Sirene auf dem Kopf trage, damit die Männer noch schnell eine Hose anziehen könnten, bevor sie die Kabine betrete, habe sie geantwortet: «Natürlich nicht. Ich bin ein Profi. Ich stelle nach Schwanzlänge auf.»

Wenn ihre Jungs nur annähernd so gut kontern können wie Wübbenhorst, dann müssen sich die Gegner auf etwas gefasst machen…

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📸 @lars.berg_photographer

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