Legendäre Duelle zwischen Dortmund und Bayern München

Patrick Lämmle

26.5.2020 - 12:30

Fünf Fakten zum deutschen Klassiker zwischen Dortmund und Bayern

Fünf Fakten zum deutschen Klassiker zwischen Dortmund und Bayern

Am Dienstag empfängt Borussia Dortmund den FC Bayern München zum Titelkampf in der Bundesliga im Signal Iduna Park. Das müssen Sie vor dem 102. Duell wissen.

25.05.2020

Der Klassiker Dortmund gegen Bayern elektrisiert die Massen. Heute wird alles ein bisschen anders sein, denn es wird vor leeren Rängen gekickt. Und doch geht es, wie so oft in den letzten Jahren, um sehr viel. Ein Rückblick auf legendäre Duelle.

1999: Kung-Fu-Kahn nimmt Chapuisat ins Visier

Was war an diesem April-Tag bloss mit Goalielegende Oliver Kahn los? Wie ein Kung-Fu-Grossmeister springt er in Richtung Stéphane Chapuisat und droht dem Schweizer alle Knochen zu brechen. Der BVB-Angreifer kann gerade noch ausweichen und den drohenden Spitalaufenthalt verhindern. Später knabbert Kahn auch noch am Hals von Doppeltorschütze Heiko Herrlich. Chapuisat meint rückblickend: «Es sieht bru­taler aus, wenn man es auf den Videos und den Bil­dern anschaut. Aus meiner Per­spek­tive war es gar nicht so schlimm.» Ein Jahr zuvor hat Chapuisat im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinals den BVB ins Halbfinale geschossen. Der Kung-Fu-Kick war wohl Kahns Racheakt, denn in der Meisterschaft ist Bayern zu diesem Zeitpunkt weit voraus. Das Spiel endete übrigens 2:2.

Oliver Kahn kommt Stéphane Chapuisat bedrohlich nahe.
Bild: Getty

2001: Nie dagewesene Kartenflut

Im April vor 19 Jahren fliegen im Klassiker die Fetzen. Die Liga ist spannend wie selten. Bayern hat nach 27 von 34 Runden zwei Punkte Vorsprung auf Dortmund, dahinter folgen vier weitere Teams, die nur drei Zähler hinter den Bayern lauern – auch Schalke, das am letzten Spieltag bitter enttäuscht werden sollte. Der Klassiker ist denn auch geprägt vom Kampf, der Schiedsrichter zückt 13 gelbe Karten und stellt insgesamt drei Spieler vom Platz. Zwischen den ganzen Fouls fallen auch noch zwei Tore, auf beiden Seiten schlägt es einmal ein.



2012: Dortmund-Gala im DFB-Pokalfinal

2012 holt der BVB das Double. Ende Saison haben die Borussen acht Punkte Vorsprung auf Vizemeister Bayern München – es ist der zweite Meisterschaftstriumph in Folge. Mit dem 5:2-Sieg im Pokalfinal zementiert Dortmund die Vormachtstellung, von einer Wachablösung im deutschen Fussball ist die Rede. Wie sich herausstellen sollte, war dem nicht so. In den folgenden sieben Jahren hiess der Meister bis heute immer Bayern München – Dortmund wird in dieser Zeit vier Mal Vizemeister.

Sieht aus wie eine Fälschung, ist aber das Original: Jürgen Klopp holt in der Saison 2011/12 mit Dortmund das Double.
Bild: Getty

2013: Robben und sein Tor für die Ewigkeit

Der Champions-League-Final 2013 in London ist eine rein deutsche Angelegenheit. Für den alles entscheidenden Schlusspunkt ist allerdings ein Holländer besorgt. Mit seinem Treffer zum 2:1 in der 89. Minute schiesst Arjen Robben die Bayern zum Triple aus Meisterschaft, Pokal und Königsklasse. Eine Wachablösung sieht anders aus, zumal Vizemeister BVB in dieser Spielzeit auch im Cup-Viertelfinal an den Münchnern scheiterte.

On This Day: Robben schiesst die Bayern zum Champions-League-Titel

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Der FC Bayern München gewann nur ein Jahr nach dem 'Finale Dahoam' das Endspiel in Wembley gegen Borussia Dortmund. Arjen Robben erzielte in der 89. Minute das entscheidende Tor.

25.05.2020

2015: «Bürki wie ein Gürki»

Bürkis Bilanz als BVB-Goalie gegen Bayern
Bild: Getty

▶ 13 Spiele: 2 Siege, 1 Unentschieden, 10 Niederlagen
▶ Gegentore: 35
▶ 2 Spiele verpasst er verletzt (beide Spiele gewinnt der BVB)

Im Sommer 2015 wechselt Bürki von Freiburg zu Dortmund. Er verdrängt mit Roman Weidenfeller die langjährige Nummer eins und steht auch deshalb unter strenger Beobachtung. Ist er wirklich gut genug für den BVB? Der achte Spieltag ist dann Wasser auf die Mühlen seiner Kritiker. Der BVB geht in München sang- und klanglos mit 1:5 unter, Bürki macht dabei – übrigens wie die meisten seiner Teamkollegen – keine gute Falle. Von der Presse wird aber nur der Schweizer verrissen. «Bild» titelt: «Bürki wie ein Gürki». Die «Süddeutsche Zeitung» schreibt: «Bürki macht den Hampelmann», bei «Spiegel online» ist vom «desolaten Bürki» zu lesen und «Focus online» schreibt von einer «vogelwilden Partie des Schweizer Schlussmanns». Bürki hat seinen Stammplatz aber nicht verloren und gilt längst als einer der besten Torhüter der Liga. Seine Bilanz gegen die Bayern bleibt allerdings bis heute ernüchternd.

2019: Dortmund verspielt den möglichen Titel

Dortmund geht mit zwei Punkten Vorsprung auf Bayern ins Topspiel der 28. Runde in München. Mit einem Sieg könnte man die Weichen auf Titel stellen – doch es kommt ganz anders. Der BVB geht mit 0:5 unter und muss die Tabellenspitze abgeben (Highlights im Video). Die Saison beendet Favres Dortmund im zweiten Rang mit zwei Punkten Rückstand auf Bayern. Der Schweizer steht trotz der starken Saison fortan in der Kritik, weil er sich gegen die Bayern verzockt hat – so zumindest der Tenor in der deutschen Boulevard-Presse.

Robert Lewandowski glänzt mit einem Doppelpack.
Bild: Keystone

2019: Das letzte Aufeinandertreffen

Lucien Favres Bilanz gegen Bayern
Bild: Keystone

Als Dortmund-Coach: 4 Spiele – 2 Siege, 2 Niederlagen 
Als Bundesliga-Coach (Hertha, Gladbach und BVB): 18 Spiele – 6 Siege, 3 Unentschieden, 9 Niederlagen

Auch in der Hinrunde der laufenden Saison wurde der BVB von den Bayern zerzaust. Dortmund liegt nach zehn Runden im zweiten Rang klassiert, drei Zähler hinter Gladbach aber einen Punkt vor Bayern. Die Münchner gehen mit angekratztem Selbstvertrauen ins Topspiel, aber auch mit einem neuen Coach. Denn das 1:5 gegen Frankfurt in der Vorwoche hat Niko Kovac den Job gekostet. Hansi Flick dreht offenbar an den richtigen Schrauben und am Ende demontiert Bayern die Dortmunder mit 4:0. Dies wiederum fällt auf Favre zurück, der nun seinerseits (erneut) arg in der Kritik steht. Inzwischen sitzt der Schweizer allerdings wieder sicher im Sattel. Eine weitere Klatsche gegen die Bayern würde ihm allerdings mit Sicherheit erneut um die Ohren fliegen.


26. April 2020: Geisterspiel der letzten Chance

Die derzeit starke Form beider Teams erhöht die Chance auf ein Spektakel – auch ohne die wegen der Corona-Krise ausgesperrten Fans. Will der BVB weiter um den Titel spielen, so muss ein Sieg her. Die Partie können Sie heute auf «Bluewin» im Liveticker verfolgen (Anstoss: 18:30 Uhr).

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