Prävention

Risikoloses Kopfballtraining: Ajax setzt im Kinderfussball neu auf Schaumstoffbälle

SB10/sda

28.11.2020

Junioren beim Kopfballtraining mit normalen Bällen – wie lange noch?
Bild: Keystone

In den Niederlanden will man das Kopfballspiel im Junioren-Fussball umkrempeln. Auch die UEFA beschäftigt sich intensiv mit dem Thema.

Die Junioren bei Ajax Amsterdam (8-12 Jahre alt) werden laut einem Bericht von «trouw» ab sofort nur noch Schaumstoffbälle für das Kopfballtraining verwenden. Auch beim PSV Eindhoven wird man ab der U14 abwärts leichtere und kleinere Bälle verwenden. Nur beim dritten grossen Klub im Land, Feyenoord Rotterdam, sind gemäss Auskunft noch keine konkreten Massnahmen ergriffen worden. 

Gehirnerschütterungen sind im Fussball keine Seltenheit. Während aber diese Verletzungsart häufig durch Duelle in der Luft oder Zusammenstösse auf dem Feld hervorgerufen werden, geraten in den letzten Jahren auch die – vordergründig weniger sichtbaren, aber längerfristigen  – Auswirkungen durch die vielen Kopfbälle im Laufe der Zeit in den Fokus. Speziell bei den noch wenig entwickelten Kinderhirnen herrscht weitgehend Einigkeit, dass man Änderungen vornehmen muss. In den USA gilt ein Kopfball-Verbot bei Kindern schon länger. Auch der englische Fussballverband (FA) denkt über ähnliche Massnahmen nach. 

Keine klare Studienlage

Die UEFA verabschiedete im Sommer an einer Sitzung des Exekutivkomitees neue Richtlinien. Das Grundlagendokument soll Anleitungen geben, wie in Training und Spiel mit Kopfbällen umzugehen und was bei Übungen zu beachten ist. Zudem gibt es Ratschläge zu Ballgrösse und Balldruck, Übungen für die Nackenmuskulatur und Erkennen von Symptomen einer Gehirnerschütterung.

Kopfbälle sollen demnach in Training und Spiel so weit wie möglich verringert werden, was durch verschiedene Regeländerungen erreicht werden kann. Erst mit zunehmendem Alter sollen Kopfballübungen intensiviert werden. Es sollen zudem Bälle mit dem niedrigsten zulässigen Druck verwendet werden.

Eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern der Medizinischen Kommission der UEFA und externer Fachleute hatte sich der Thematik angenommen. «In den vergangenen Jahren wurde immer wieder diskutiert, ob häufige Kopfbälle im Verlauf einer Karriere zu dauerhaften Veränderungen der Hirnstrukturen oder -Funktionen führen können. Allerdings konnte hierfür bisher kein endgültiger wissenschaftlicher Nachweis erbracht werden», erklärte Tim Meyer, der Vorsitzende der medizinischen Kommission.

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