Fischer: «Jeder im Verein hat ein Jahr lang alles für den Aufstieg getan»

SDA

27.5.2019 - 22:41

Urs Fischer schafft mit Union Berlin Historisches. Nach einem 2:2 im Barrage-Hinspiel in Stuttgart genügt Union im Rückspiel in Berlin ein 0:0 zum erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga.

Dem Zürcher Urs Fischer glückte in seiner ersten Saison als Trainer in Deutschland sogleich der grosse Coup. Der 53-Jährige führte den Kultklub aus dem Berliner Stadtteil Köpenick vom Mittelfeld der 2. Bundesliga in die höchste Spielklasse. Fischer brachte seit seinem Antritt vorab Stabilität und defensive Organisation in die Reihen der «Eisernen». Ein Rezept, das auch Barrage-Gegner Stuttgart vor grosse Probleme stellte – und im dritten Sturz der Schwaben in die Zweitklassigkeit nach 1975 und 2016 mündete.

Bei «Eurosport» sagt Urs Fischer unmittelbar nach dem Schlusspfiff: «Ich glaube, dass der ganze Verein ein Jahr lang alles für diesen Aufstieg getan hat. Die Unterstützung ist unglaublich. Es braucht sehr viele Hände, die mithelfen, und es freut mich für alle. Das ist ein gemeinsamer Erfolg. Ich habe immer so viel zurückbekommen. Von den Fans, dem Team, von allen. Es ist einfach fantastisch. Ich gönne es jedem einzelnen Mitarbeiter. Die Mannschaft hat eine tolle Leistung gezeigt. Wir hatten auch heute unsere Möglichkeiten, haben zweimal den Pfosten getroffen. Ich bin einfach nur überglücklich. Ich habe zwar immer daran geglaubt, aber mit dem Schlusspfiff realisiere ich erst, was wir erreicht haben.»

Stuttgart-Treffer annulliert

Stuttgart tat sich im Stadion an der Alten Försterei aber vor allem auch selber weh. Den blutigen und offensichtlichsten Beleg dafür lieferten die beiden Innenverteidiger Holger Badstuber und Ozan Kabak nach 20 Minuten, als sie mit ihren Köpfen zusammenprallten. Erst nach mehrminütigem Unterbruch und in dicken Turban gehüllt konnten beide das Spiel fortsetzen.

Eine andere Szene wird dem VfB allerdings schmerzhafter in Erinnerung bleiben, seelisch gesehen. In der 9. Minute wuchtete Chadrac Akolo einen Freistoss an der Berliner Mauer und Goalie Rafal Gikiewicz vorbei ins Tor zum vermeintlichen Führungstreffer. Der Treffer wurde nach Rücksprache mit dem Video-Schiedsrichter annulliert, weil Nicolas Gonzalez im Abseits stehend den Goalie irritiert hatte.

Union Berlin hatte vor heimischem Publikum lange Zeit wenig für die Offensive getan. Erst als ihnen die Stuttgarter mit Fortdauer der zweiten Hälfte den Raum dafür boten, zeigten auch sie sich gelegentlich vor Ron-Robert Zieler. Dabei vergab Unions Nigerianer Suleiman Abdullahi innerhalb von 60 Sekunden gleich zweimal den vorzeitigen Matchball. Beide Male verhinderte nur der Pfosten den Treffer des 22-Jährigen.

Telegramm

Union Berlin -Stuttgart 0:0. – 22'012 Zuschauer (ausverkauft). – Bemerkungen: Stuttgart mit Zuber (bis 68.). 65. Pfostenschuss Abdullahi (Union Berlin). 66. Pfostenschuss Abdullahi (Union Berlin).

SDA

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