Fragen und Antworten

Premiere-Abfahrt in Zermatt, WM und was in der nächsten Ski-Saison sonst noch ansteht

voe, sda

21.3.2022 - 20:00

Marco Odermatt auf der legendären Laubernhornabfahrt
Keystone

Es liegt in der Natur der Sache, dass nach Abschluss der aktuellen Weltcup-Saison schon die nächste in den Fokus rückt. Im Folgenden ein Überblick mit Antworten auf vier Fragen.

voe, sda

21.3.2022 - 20:00

257 Punkte fehlten der Schweiz im Nationencup zum dritten Triumph in Serie. Wie realistisch ist es, dass diese Wertung in der Saison 2022/23 zurück an die Schweiz geht?

Die Chancen dazu stünden sehr gut, sagte Urs Lehmann am Sonntag beim Weltcup-Finale in Frankreich. Seine Zuversicht begründete der Swiss-Ski-Präsident folgendermassen: «Der Europacup, wo wir heuer die stärkste Nation waren, wie auch der Sieg beim Teamwettkampf hier in Méribel sind der Beweis dafür, dass hinter unseren Stars die nächste Generation nach oben drängt. Da kommt eine Welle – die anderen Nationen müssen sich warm anziehen.» Dazu komme, so Lehmann, dass «wir das Glück heuer sicher nicht überstrapaziert haben. Dennoch waren wir sehr nahe an Österreich dran.»

Wann beginnt der kommende Winter für die Alpinen und was bringt er Neues?

Der Weltcup-Auftakt erfolgt traditionsgemäss gegen Ende Oktober mit je einem Riesenslalom für die Frauen und Männer auf dem Rettenbachgletscher in Sölden. Anschliessend steht eine Premiere an: In Zermatt tragen Ende Oktober/Anfang November beide Geschlechter je eine Doppel-Abfahrt aus. Immer wieder zu hören ist, dass der erst seit letztem Juni amtierende FIS-Präsident Johan Eliasch nach den diesjährigen Winterspielen so schnell wie möglich mit dem «Weissen Zirkus» zurück nach China will. Doch das klappt zumindest in der kommenden Saison noch nicht. Höhepunkt des Winters sind im Februar 2023 die Weltmeisterschaften in Courchevel, wo die Rennen der Männer ausgetragen werden, und Méribel (Frauen).

Vieles im Weltcup-Kalender, der unter dem früheren FIS-Boss Gian Franco Kasper auf mehrere Jahre hinaus bekannt war, ist allerdings noch in der Schwebe. Klassiker wie Kitzbühel, Wengen und Adelboden haben ihren Platz auf sicher. Hingegen Organisatoren aus kleineren Weltcup-Orten können sich ihrer Rennen weniger gewiss sein als auch schon. «Eine unangenehme wie einmalige Situation», hofft Urs Lehmann. Doch in wenigen Wochen, so zumindest der Plan der FIS, liegt der neue Kalender mehr als nur in seinen Grundzügen vor. Abgesegnet wird er dann vom FIS-Vorstand Ende Mai anlässlich des Kongresses.

Apropos FIS-Kongress: Wo findet dieser statt und was steht auf der Traktandenliste?

Der Anlass war ursprünglich ab dem 22. Mai in Vilamoura angesetzt. Doch er wird – so beschloss es der FIS-Vorstand Ende Februar einstimmig – nicht in Portugal stattfinden. Aufgrund der weltweiten Situation mit dem Coronavirus sah die FIS-Führung von einem Kongress in voller Besetzung ab. Beim nächsten Meeting des FIS-Vorstandes am 7. April wird entschieden, ob der Kongress nur virtuell oder allenfalls in abgespeckter und hybrider Form in Zentraleuropa (Zürich?) durchgeführt wird.

Wichtigste Traktanden sind die Wahl des Präsidenten, wobei kaum ein Herausforderer für Johan Eliasch zu erwarten ist, und des FIS-Vorstandes. In diesem müssen künftig zumindest drei Frauen sowie neu auch ein Vertreter der kleinen Nationen sitzen. Der eine oder andere Bisherige, zu welchen seit letztem Juni auch Urs Lehmann gehört, kann sich seiner Wiederwahl also nicht sicher sein. Ebenso erfolgt die Wahl der Austragungsorte für die WM 2027. Für die alpinen Titelkämpfe gibt es gleich vier Kandidaten: Andorra, Crans-Montana, Garmisch-Partenkirchen und das norwegische Narvik.

Wie hoch stehen die Chancen, dass die WM im Februar 2027 im Wallis ausgetragen wird?

Mathematisch betragen diese bei vier Kandidaten 25 Prozent. Doch Urs Lehmann glaubt, «dass die Chancen unserer Bewerbung substanziell höher liegen». Allerdings relativiert der langjährige Swiss-Ski-Boss seine Aussage gleich selbst. «Durch die Veränderungen an der FIS-Spitze haben sich auch die Kräfteverhältnisse verschoben. Deshalb bin ich betreffend unsere Wahlchancen etwas unsicherer als vor zwei Jahren.» Sei er damals «extrem zuversichtlich» für die WM 2027 in Crans-Montana gewesen, so sei er nun einfach noch «zuversichtlich», so Lehmann.

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voe, sda