YB-Neuzugang Itten im Porträt

«Ich habe viele gute Sachen gehört, auch von Mitspielern in der Nati»

Von Patrick Lämmle (Text) und Jüri Christen (Video)

6.7.2022

YB-Neuling Cedric Itten: «Konkurrenz ist bei einem Topklub wie YB normal»

YB-Neuling Cedric Itten: «Konkurrenz ist bei einem Topklub wie YB normal»

Cedric Itten verstärkt den Sturm bei den Berner Young Boys. Der Neuzugang von den Glasgow Rangers ist sich der harten Konkurrenz im Team bewusst.

06.07.2022

Cedric Itten wechselte auf die neue Saison hin von den Glasgow Rangers zu YB. In Bern hat er einen Vertrag bis Sommer 2026 unterschrieben. Warum ist die Wahl auf YB gefallen, obwohl es auch andere Angebote gab?

Von Patrick Lämmle (Text) und Jüri Christen (Video)

6.7.2022

YB-Neuzugang Cedric Itten ist in der Schweiz ein Altbekannter. Ende April 2016 erhielt er beim FC Basel einen Profi-Vertrag. Dies, nachdem der damalige U21-Spieler des FCB bereits sechsmal bei den Profis zum Einsatz kam und dabei schon ein Tor und zwei Assists verbuchen konnte. Kaum im Kreise der ersten Mannschaft angekommen, verliess er den Verein leihweise Richtung Luzern. Der Plan ging auf, er avancierte beim FCL zum Stammspieler, kam in der Liga 28-mal zum Einsatz, schoss drei Tore und bereitete sechs vor.

Im September 2017, die Meisterschaft war bereits einige Runden alt, lotste man den Mittelstürmer deshalb zurück nach Basel. Am Rheinknie setzte man dann aber nicht wirklich auf ihn, nur zweimal stand er in der Startelf, ein paarmal kam er für die letzten fünf Minuten ins Spiel.

Und so kam es, dass er im Winter bereits wieder verliehen wurde. Dieses Mal zum FC St.Gallen, sein dritter Super-League-Verein innerhalb einer Saison. Dort schoss er in der Rückrunde fünf Tore, zwei davon kurz nach seinem Wechsel. Und das ausgerechnet beim 2:0-Auswärtssieg gegen Basel. Ende der Saison wurde er dann vom FCSG fix übernommen, laut Transfermarkt für läppische 500’000 Schweizer Franken.

Kreuzbandriss und Wahnsinnscomeback

Der Start in die Saison 2018/19 war dann sackstark. Nach sechs Runden hatte Itten schon vier Treffer und einen Assist auf dem Konto, den Cup nicht miteingerechnet, wo er gegen unterklassige Teams in zwei Spielen sieben Tore und einen Assist buchte. Doch dann wird er im verflixten siebten Spiel von Luganos Eisenfuss Fabio Daprelà übel umgesäbelt und reisst sich das dabei vordere Kreuzband. Die Saison ist futsch, es reicht nur noch für einen Zwei-Minuten-Einsatz am letzten Spieltag.

In der Corona-Saison 19/20 ist Itten wieder voll bei Kräften – und er liefert wie nie zuvor. Ende Saison hat er 19 Tore und sechs Assists auf dem Konto – und er darf sich inzwischen Nationalspieler nennen.

Am 15. November 2019 debütiert er in der EM-Quali. Und der Joker erlöst die Schweiz, erzielt gegen Georgien das einzige Tor der Partie. Drei Tage später darf er gegen Gibraltar über die volle Distanz spielen, schiesst auf dem Weg zum 6:1-Auswärtssieg zwei Tore und bereitet eines vor. Fünf Teileinsätze kamen seither noch dazu. Insgesamt spielte er dabei 57 Minuten – das reichte, um zwei weitere Skorerpunkte (ein Tor, ein Assist) zu sammeln. Es sind fantastische Skorerwerte, die Itten als Nationalspieler vorzuweisen hat.

Der Wechsel nach Schottland bringt kein Glück

Seine Auftritte bleiben auch im Ausland nicht unbemerkt. Und als die Glasgow Rangers anklopfen, da kann er im August 2020 der Verlockung nicht widerstehen. So richtig schlägt er aber nicht ein. Zwar kommt Itten in jener Saison in 37 Spielen zum Einsatz, mit seinen sechs Toren und drei Torvorlagen erobert aber die Herzen der Fans nicht wirklich.

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Und so gilt es Ende August 2021 abermals die Koffer zu packen, leihweise wechselt er zu Bundesliga-Aufsteiger Greuther Fürth. Dem im Oberhaus hoffnungslos überforderten Team kann er aber auch nicht helfen, verliert Spiel um Spiel, ehe er im Winter von den Rangers zurückbeordert wird. Einziges Highlight in der Bundesliga: Sein Treffer gegen Bayern München, Punkte gab's dafür aber auch keine.

Bei den Rangers läuft es dann für ihn persönlich aber auch nicht besser. Itten kommt nur selten zum Einsatz und man wundert sich, weshalb die Schotten ihn überhaupt zurückhaben wollten. Erst Ende April verrät Itten in einem Interview, dass ihn ein mysteriöser Infekt komplett aus der Bahn geworfen habe. «Das Ganze hat mich richtig umgehauen. Ich wollte essen, aber ich konnte nicht, habe mich nur von Suppe ernährt und insgesamt vier Kilo verloren», klärte der Nati-Stürmer auf.

Neustart in Bern

Und nun also ist der inzwischen 25-jährige Cedric Itten in Bern gelandet. blue News hat ihn getroffen, wollte wissen, wie er sich in der Hauptstadt eingelebt hat, wie es ihm gesundheitlich geht und wie er seine Rolle beim neuen Arbeitgeber interpretiert. Und warum er überhaupt seine Unterschrift unter den Vertrag der Berner gesetzt hat, denn an Angeboten hat es nicht gemangelt. Die Antworten gibt's im Video oben. 

Die einzige Antwort, die wirklich zählt, die wird er aber ohnehin auf dem Platz geben müssen. Die neue Saison startet für YB mit dem Heimspiel gegen den amtierenden Meister FCZ. Zu sehen am 16. Juli – live auf blue Sport.