Federer: «Erst muss ich wieder richtig laufen können»

Von Martin Abgottspon

27.9.2021

Roger Federer schaut sich aktuell viele Tennismatches als Zuschauer an.
Roger Federer schaut sich aktuell viele Tennismatches als Zuschauer an.
Getty Images

Die Überraschung war gross, als Roger Federer letzte Woche beim Laver Cup im Publikum sass. Bis man ihn wieder auf dem Court sieht, wird es hingegen noch eine Weile dauern, wie er selber sagt.

Von Martin Abgottspon

27.9.2021

Unter stehenden Ovationen wurde Roger Federer am Freitag vom Publikum am Laver Cup gefeiert. Dabei sass er nur als Gast auf der Tribüne. Das allein reichte aber schon aus, um die Tennisfans im TD Garden in Ekstase zu versetzen.



Der Schweizer wusste lange gar nicht, ob er wirklich nach Boston reisen kann. Mit den Krücken sei momentan alles etwas umständlich, liess er in einem Interview mit Jim Courier durchblicken. Ausserdem betonte der Maestro einmal mehr, dass er sich mit dem Entscheid zu einer weiteren Operation sehr schwertat: «Immerhin hatte das Knie schon zwei Operationen hinter sich. Aber ich war einfach unglücklich, wie es lief, ich war in Wimbledon nicht annähernd in der Form, in der ich sein wollte, weit weg vom Topniveau.»

Australian Open in weiter Ferne

Trotzdem reichte es Federer auf dem heiligen Rasen bis in den Viertelfinal. Für einen 21-fachen Grand-Slam-Sieger ist das aber zu wenig.

Eilig hat es Federer mit einer Rückkehr nicht. Er will sich Zeit lassen, alles «Schritt für Schritt» angehen. «Erst muss ich wieder richtig laufen können, dann richtig rennen, dann mich richtig seitlich bewegen und an der ganzen Geschmeidigkeit arbeiten.»

Federer schätzt, dass dies noch Monate dauern wird. Dass er bereits bei den Australian Open Anfang 2022 wieder auf dem Platz steht, scheint praktisch ausgeschlossen.

Eine Zukunft als Teamcaptain?

Seine gute Laune hat Federer trotz all der körperlichen Rückschläge nicht verloren. Erst recht nicht, weil das Schlimmste jetzt auch hinter ihm liege. In Boston hatte er als Ehrengast sichtlich Spass. Er traf die Teamcaptains Björn Borg und John McEnroe, aber auch alte Tour-Kollegen wie Andy Roddick, mit welchem er auch noch ausgiebig herumalberte.

Ein Spiel schauten sich die beiden am Samstag gemeinsam an. Zuvor gab Federer offen zu, dass er nach dem ersten Tag auf ein 3:1 für Team World getippt habe. «Das zeigt mal wieder, dass du nichts über Tennis weisst», scherzte Roddick und hatte zumindest im Hinblick auf den Ausgang des Turniers gar nicht so unrecht damit.

Am Ende gewann das Team Europa klar und deutlich mit 14:1 und wies den Rest der Welt selbst ohne Federer, Nadal und Djokovic einmal mehr in die Schranken.  



Ob Federer selber beim Laver Cup nochmal zum Einsatz kommt, ist genauso fraglich wie vieles andere. Als Spieler wolle er es aber auf jeden Fall nochmal versuchen. Und sonst gefällt ihm auch die Idee, in Zukunft vielleicht als Captain oder Vizecaptain in Erscheinung zu treten. «Das wäre grossartig. Das ist eine Woche, in der man einfach dabei sein will.»

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