Sieg gegen Wawrinka Kyrgios: «Ich liebe es, wenn die Zuschauer gegen mich sind»

jar

1.3.2019

Nick Kyrgios reagiert mit provokanter Geste auf die Buhrufe der Zuschauer.
Nick Kyrgios reagiert mit provokanter Geste auf die Buhrufe der Zuschauer.
Bild: Getty

Bei seinem Sieg über Stan Wawrinka hat Nick Kyrgios einmal mehr die Zuschauer gegen sich. Der exzentrische Australier sagt aber, dass er besser spiele, wenn er vom Publikum ausgebuht wird.

Tennis-Badboy Nick Kyrgios macht seinem Übernamen mal wieder alle Ehre. Der 23-Jährige legt sich im Acapulco-Viertelfinal gegen Stan Wawrinka einmal mehr mit den Zuschauern an und bringt auch seinen Gegner auf die Palme. Kyrgios hat gerade das vorentscheidende Break zum 3:2 im dritten Satz geschafft, als er zu hinken anfängt und bei allen drei folgenden Seitenwechseln bis zum Spielende den Physiotherapeuten auf den Platz holt. Ein Psycho-Trick oder hat Kyrgios wirklich ein körperliches Problem?

Wawrinka regt sich über das Verhalten des Australiers auf. Kyrgios setzte ihn schon im zweiten Durchgang beim Stand von 6:5 aus seiner Sicht mit einem «Let's Go»-Ruf unter Druck. Dann auch noch die plötzliche Verletzung. Stan beschwert sich beim Stuhlschiedsrichter, das mexikanische Publikum buht die australische Weltnummer 72 zum wiederholten Mal aus. Offenbar glaubt niemand, dass sich Kyrgios tasächlich verletzt hat. 



Schon im ersten Game des Spiels gab es Buhrufe für Kyrgios, nachdem er sich bei einem Sturz an der Hand verletzt hatte und das Spiel unterbrach. «Das ist doch wahnsinnig, was stimmt nicht mit diesen verf***ten Menschen?», schimpfte Kyrgios, was über die Aussenmikrofone zu hören war. «Da ist über meiner ganzen Hand Blut. Was wollen die von mir? Das ist doch geisteskrank.»

Trotz der Fan-Anfeindungen bleibt Kyrgios am Ende cool und zieht mit 7:5, 6:7, 6:4 in den Halbfinal von Acapulco ein, wo er am Samstag auf John Isner trifft. Nach dem Match gegen Wawrinka wehrt sich der Aussie gegen die Vorwürfe der vorgetäuschten Verletzung. «Gegen Ende des dritten Satzes hatte ich Krämpfe wie verrückt. Ich versuchte nur noch, den Ball so hart wie möglich übers Netz zu schlagen», sagt Kyrgios. Tatsächlich scheint er das Spiel trotz allem genossen zu haben. «Ich spiele besser, wenn die Zuschauer gegen mich sind. Ich liebe es, es bringt mich ins Rollen.»

«Nadal soll auf sich selbst schauen»

Die Gunst der mexikanischen Zuschauer hatte Kyrgios schon am Donnerstag verloren, als er sich bei seinem Dreisatz-Sieg über Rafael Nadal mit dem Publikum anlegte und die Nadal-Fans provozierte.



Nachdem Nadal ihm dann bei der Pressekonferenz fehlenden Respekt vorwarf und sagte, dass er mit solch einem Verhalten wohl nie einen Grand-Slam-Titel gewinnen wird, konterte Kyrgios: «Ich bin anders als Rafa, er sollte auf sich selbst schauen. Er weiss nicht, was ich alles durchgemacht habe, er weiss überhaupt nichts über mich.»

Eines muss man Kyrgios lassen: Langweilig wird es mit ihm nie werden.

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