Rusedski bremst Euphorie vor Comeback: «Man wird nicht den Kerl von 2017 zu sehen bekommen»

SB10

19.11.2020 - 09:56

epa08178394 Roger Federer of Switzerland speaks at a press conference following his defeated in the men's singles semifinal match against Novak Djokovic of Serbia at the Australian Open Grand Slam tennis tournament in Melbourne, Australia, 30 January 2020. EPA/LYNN BO BO
Roger Federer steht sportlich vor einer ungewissen Zukunft.
Bild: Keystone

Der ehemalige Tennisprofi Greg Rusedski glaubt, für Roger Federer werde es nach seiner langen Absenz von der Tennistour sehr schwierig werden, an frühere Leistungen anzuknüpfen.

Der Brite berichtet für Amazon Prime von den ATP Finals. Für ihn ist klar, dass Novak Djokovic bald den Rekord für die meisten Grand Slams halten wird. Derzeit steht die serbische Weltnummer 1 bei 17 Majors, Roger Federer und Rafael Nadal teilen sich den Rekord mit 20 Titeln.

Rusedski befürchtet hingegen, dass Federer bei seinem Comeback nach der langen Pause Probleme haben wird, wie er «RadioTimes» verrät: «Es gibt keinen Grund, warum Nadal und Djokovic nicht für weitere zwei bis vier Jahre weitermachen, aber Federer ist das Fragezeichen – noch ein weiteres Jahr. Kann er Wimbledon gewinnen? Die Olympischen Spiele?» Beim Schweizer müsse man von Jahr zu Jahr schauen, vor allem auch nach den Knieoperationen, so der 47-Jährige.

«Sie werden den Kerl von 2017 nicht bekommen, tut mir leid. Die Zeit ist vergangen», hält Rusedski fest. Damals kam Federer auch von einer langen Verletzung zurück und triumphierte bei seiner Rückkehr gleich bei den Australian Open sowie in Wimbledon.

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Former professional tennis player Greg Rusedski
Der frühere Tennisprofi Greg Rusedski.
Bild: Getty

Keine Neuentwicklung zu erwarten

«Kann er gut spielen? Natürlich kann er das, aber es gibt keine Überraschungen. Sein Spiel ist immer noch dasselbe», meint die ehemalige Weltnummer 4. «Ich kann mir nichts vorstellen, was er an seinem Spiel ändern kann, damit die Leute nicht bereits wissen, was auf sie zukommt.»

Rusedski weiter: «Als er 2017 Turniere gewann, waren die Courts besonders schnell, die Bälle waren schnell, und er brachte einen Stil mit, den die Leute nicht erwartet hatten. Jetzt erwarten sie diesen Stil, also wissen sie, was sie bekommen.»

Dann zieht der gebürtige Kanadier einen Vergleich mit der Weinwelt: Je älter, desto besser – im Sport gelte diese Devise leider nicht. «Die verpassten Monate werden immer schwieriger aufzuholen. Sechs Monate oder elf Monate im Herrentennis sind ein riesiger Unterschied.»

Sein Fazit: «Er kann immer noch grossartiges Tennis spielen, aber Grand Slams zu gewinnen, ist eine andere Geschichte.» Für den 39-Jährigen geniessen sicher die Olympischen Spiele eine grosse Priorität, denn dort fehle ihm eine Goldmedaille im Einzel, mutmasst Rusedski.

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