NBA-Star verzichtet auf Europa-Reise: «Möglich, dass ich getötet werde»

dpa/jar

7.1.2019

Knicks-Star Enes Kanter bangt um seine Sicherheit und verzichtet auf die Reise nach London.
Bild: Keystone

Basketball-Profi Enes Kanter fürchtet, dass er ausserhalb Nordamerikas getötet wird. Aus diesem Grund verzichtet der türkischstämmige Center auf eine Reise mit seinem NBA-Team nach Europa.

Aus Angst um sein Leben wird Enes Kanter auf eine Reise mit seinem NBA-Team New York Knicks nach London verzichten. Er glaubt, dass er wegen seiner Oppositionshaltung zum türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan ausserhalb Nordamerikas umgebracht werden könne. «Es besteht die Möglichkeit, dass ich getötet werde», erklärt Kanter am Wochenende nach dem 119:112-Sieg seines Teams über die Los Angeles Lakers.

In der englischen Hauptstadt London treten die Knicks am 17. Januar gegen die Washington Wizards an. Das Team aus New York erklärte zudem, dass Kanter die Reise wegen Visa-Problemen nicht antreten werde.

«Traurigerweise kann ich nicht dorthin reisen wegen diesem verdammten Wahnsinnigen, dem türkischen Präsidenten», sagte der 26-Jährige, der in den zurückliegenden Jahren Erdogan mehrfach kritisiert hatte. Seit 2017 ist der in der Schweiz geborene Kanter nach der Aberkennung seiner türkischen Staatsangehörigkeit staatenlos. Schon einmal wurde ihm die Einreise nach Rumänien verweigert und er wurde stundenlang am Flughafen in Bukarest festgehalten. Kanters Vater wurde im Juni 2018 in der Türkei verhaftet.

«Es ist ziemlich traurig, dass all das Zeug meine Karriere und den Basketball beeinflusst, weil ich da draussen sein will und meinem Team zum Sieg verhelfen will», so der Knicks-Profi. Er nannte Erdogan unter anderem einen «Diktator». Kanter ist Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen. Die türkische Regierung macht Gülen für den Putschversuch im Sommer 2016 verantwortlich. 

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