Frau schlägt sämtliche US-Teamkollegen in Ultra-Marathon

#Von Cyrill Treptow

20.10.2020

USA's Courtney Dauwalter reacts after winning the 170 km Mount Blanc Ultra Trail (UTMB) race around the Mont-Blanc crossing France, Italy and Swiss, on August 31, 2019 at the end of the race near Chamonix. (Photo by JEAN-PIERRE CLATOT / AFP)        (Photo credit should read JEAN-PIERRE CLATOT/AFP via Getty Images)
Langstreckenläuferin Courtney Dauwalter
Bild: AFP via Getty Images

Am vergangenen Samstag sind 21 Nationen zu einem verrückten Ultra-Laufwettbewerb gestartet. Courtney Dauwalter, eine ehemalige Primarlehrerin aus Minnesota, gewinnt nach 68 Stunden die amerikanische Nationenwertung mit einer Streckenleistung von 455 km. Bereits im vergangenen Jahr hatte eine Frau das Rennen unter den Amerikanern für sich entschieden.

Das vom Amerikaner Gary «Lazarus Lake» Cantrell ins Leben gerufene Rennformat führt über eine 6,7 km lange Schleife. Die Läuferinnen und Läufer haben eine Stunde Zeit, um die Schleife zu absolvieren. Sie können so schnell oder so langsam laufen, wie sie wollen, solange sie sich zu Beginn der nächsten Stunde wieder an der Startlinie aufstellen. Das Rennen geht so lange weiter, bis nur noch eine Läuferin oder ein Läufer übrig ist. Die letzte Person, die noch steht, darf eine letzte Runde absolvieren, um den Sieg zu erringen.

Gary «Lazarus Lake» Cantrell

Cantrell startete 1966 mit dem Laufsport und hat im selben Jahr auch das Rauchen begonnen. Das Rauchen hat er sich bis heute erhalten. Bekannt wurde er als Veranstalter des «Barkley Marathon», einer fast schon sadistisch anmutenden Laufveranstaltung.

Dieses verrückte Rennen wurde am vergangenen Wochenende erstmals international durchgeführt. 21 Nationen haben in ihrem jeweiligen Land ein Team von 15 Läuferinnen und Läufern organisiert. Verbunden waren die 21 Nationen über einen Video-Call mit dem Veranstalter Gary «Lazarus Lake» Cantrell an seinem Wohnsitz in Bell Buckle, Tennessee. Jede volle Stunde erfolgte in Tennessee der Startschuss für die nächste Runde und setzte Läuferinnen und Läufer in den 21 Ländern in Bewegung.

Schweizer Gesamtleistung im Mittelfeld, aber mit der weltschnellsten Rundenzeit

Die Schweizer Austragung startet mit hohen Ambitionen und einem starken Team in den Wettbewerb. Über 32 Runden und 214 km kommt die durch Krankheit und Verletzungen geschwächte Läuferschaft jedoch nicht hinaus. Der letzte Läufer im Schweizer Team, Niklas Sjöblom, wäre wohl noch wesentlich länger gelaufen. Mit dem Ausscheiden des zweitletzten Läufers findet der Wettbewerb aber sein Ende und der verbleibende Läufer darf nur noch eine letzte Runde absolvieren. 31 Stunden und 207 km nach dem Start absolviert Sjöblom seine letzte Runde in einer Zeit von unter 26 Minuten – der aktuell weltschnellsten Zeit in diesem Ultra-Wettbewerb. 

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