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«Ich muss nicht perfekt sein – nur besser als meine Konkurrenz»

In Kooperation mit Lexus

26.9.2022

«Lue zersch wohär dass dr Wind wääit». Für die einen nur ein Song, für Anja von Allmen das halbe Leben. Nicht umsonst gilt die 19-jährige Spiezerin als beste Nachwuchsseglerin der Schweiz.

In Kooperation mit Lexus

26.9.2022

Habe ich heute schon alles gemacht, um meinem Traum näher zu kommen? Anja von Allmens ganz persönliche Gretchenfrage gibt in ihrem Leben den Takt vor. Ihr Traum ist das Segeln. Und das nicht nur aus Spass: «Der Segelsport ist meine Leidenschaft. Ich will Vollgas geben. Fleissig sein. Und die Lücke zu den ganz Grossen schliessen.» Seit diesem Jahr segelt die 19-Jährige im Elite-Fleet in der Bootskategorie ILCA 6. Dies ist das Olympiaboot für Frauen. Ganz bewusst entschied sich Anja für die «Ein-Frau»-Kategorie: «Den Fehlentscheid oder Fehler der Segelpartnerin zu akzeptieren, wäre für mich sehr schwierig. Da kämen mir meine Sturheit und mein Ego in die Quere.»

Erfolge kann die frischgebackene Maturandin bereits einige verbuchen. Als erste Schweizerin überhaupt holte sie vor vier Jahren in Zypern die WM-Bronzemedaille in der Mädchen-Wertung der Optimisten-Klasse. Es folgten Juniorenmeister-Titel an der WM in Kanada und EM in Portugal – beide in der Bootsklasse Laser 4.7. Und auch in der aktuellen Kategorie ILCA 6 der Juniorinnen segelte sie bereits zweimal zu WM-Silber.

Auf dem Wasser helfen von Allmen mentale und körperliche Anker.
Auf dem Wasser helfen von Allmen mentale und körperliche Anker.
ZVG

Disziplin und Lebensschule

In einer Segler-Familie aufgewachsen, sind Anjas liebste Kindheitserinnerungen die gemeinsamen Boots-Übernachtungen auf dem Thunersee. Als der Eintages-Segelkurs im Rahmen des Sommerferienpasses wegen schlechtem Wetter verschoben und gar in eine Segelwoche geändert wurde, war es um die damals Achtjährige geschehen: «Es nahm mir vollends den Ärmel rein. Die Saison segelte ich dann im Yachtclub Spiez zu Ende.» Ihre sportlichen Vorbilder sind die beiden Spiezer Seglerinnen Linda Fahrni und Maja Siegenthaler neben Top-Segler Tom Slingsby – und Roger Federer natürlich.

Für Anja bedeutet Segeln Disziplin und Lebensschule. Ersteres geht mit Verzicht einher. Denn fünf- bis sechsmal Krafttraining pro Woche und bis zu 150 Segeltage mit Trainings und Regatten im Ausland pro Jahr brauchen Zeit. Dass die Eltern eine solide Leistung in der Schule und neu auch im Betriebswirtschaftsstudium zur Bedingung machen, lassen Anja von Allmen nicht viel Raum für Fun: «Viele Partys steigen ohne mich, und Netflix gibts auch nur in beschränktem Mass. Doch die dazu nötige Disziplin ist es wert. Meine Liebe zur Natur, zum Wasser und zu erleben, wie mich das Segeln als Mensch stärkt, machen alles wett.»

Auf dem Wasser denkt sie an das Wort «Löli»

Über mehrere Tage an den Wettkämpfen bestehen zu können, setzt ein grosses Repertoire an Fähigkeiten voraus. Technik, Verständnis für Wind und Wasser, Taktik und Unvorhergesehenes – im Segelsport kommt alles zusammen. Einmal im Boot, gibt es keine Hilfe von aussen. Allein wie das eigene Wissen angewendet wird und der Mut, eine Entscheidung durchzuziehen, entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. Den zuvor mit dem Trainer festgelegte Plan gilt es dann durchzuziehen. Anjas Emotionen auf dem Wasser hängen stark davon ab, wie gut sie unterwegs ist: «Am liebsten mag ich das Ende des ersten Drittels eines Races. Entweder weil ich eine gute Positionierung gefunden habe, oder weil ich damit beginne, meinen Boat-Speed zu nutzen und aufzuholen.»

Während der rund 50 Minuten auf dem Wasser geht ihr so einiges durch den Kopf – der Song, der bei der Einwasserungsrampe noch im Radio lief oder auch mal ein Wort wie «Löli» oder «Blitzbire». Richtig fluchen ist beim Segeln selbstverständlich tabu. Da gilt Sportsmanship. Rutscht das bisschen Schweizerdeutsch dann doch mal raus, versteht es glücklicherweise niemand. Dass Anja seit acht Jahren mit einem Mentalcoach arbeitet, kommt ihr auf dem Wasser ebenfalls zugute: «Ich benutze mentale und körperliche Anker. Meine Sonnencreme ist so einer, genauer ihr Geruch. Steigt mir dieser in die Nase, schärft er meine Konzentration. Das half mir auch während meiner Maturaprüfung.»

«Wir sind eine Segelnation»

Trotz zahlreicher schöner Erfolge kennt Anja auch die Tiefpunkte. Diese wegzustecken und aus ihnen das positive Learning zu ziehen, ist harte Arbeit. Diese Hürde gilt es mit Konzentration auf das Wesentliche zu meistern, und Anja weiss: «Ich muss nicht perfekt sein – nur besser als meine Konkurrenten.»

Die Erfolge des Schweizer Segelsports mitzuerleben und mitprägen zu können, freut Anja von Allmen besonders: «Ja, wir sind eine Segelnation, und ich werde alles dafür geben, dass wir weiterhin so wahrgenommen werden.» Kentern gehört gemäss Anja übrigens dazu. Nur so lässt sich erkennen, wo die Grenzen liegen. Einzig in Australien möchte sie das nicht erleben. Dort tummeln sich schliesslich Haie im Wasser. Doch bis zu den Olympischen Spielen 2032 dauert es ja glücklicherweise noch ein Weilchen.

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