Automat tauscht ausgemusterte Handys gegen Geld ein

dpa/dj

20.9.2019 - 06:00

«EcoATM» in einer MediaMarkt-Filiale: In einem Pilotprojekt wird der Automat zum Ankauf alter Handys getestet. Der Wert des Handys wird in einer Geschenkkarte ausgezahlt. 
Source: dpa

Millionen Handys verstauben in Schubladen. Dabei kann man funktionierende Altgeräte zu gutem Geld machen.

Viele Alt-Handys landen im Abfall. Dabei bieten Ankäufer im Internet mitunter gutes Geld dafür – und die Elektrohandelskette MediaMarkt seit Mittwoch in Deutschland auch am Automaten.

Das funktioniert so ähnlich wie die Rückgabe der Pfandflasche im Supermarkt: Das alte Mobiltelefon im Automaten anstecken, bewerten lassen und den Gegenwert sofort als Einkaufsgutschein mitnehmen. Auch defekte Geräte, beispielsweise mit gebrochenem Display oder Wasserschaden, werden angenommen. «Eine praktische und vor allem nachhaltige Alternative, um alte Mobiltelefone bequem zu entsorgen», wirbt MediaMarkt-Saturn-Managerin Sonja Moosburger bei der Vorstellung in München.

Saturn testet ähnliche Handy-Ankauf-Automaten bereits in Filialen in Berlin und Potsdam. Das komme bei den Kunden gut an, viele Tausend Geräte seien schon eingetauscht worden. «Wir sind so zufrieden, dass wir das jetzt auch bei MediaMarkt testen», sagte Moosburger. Start ist in zehn Märkten in Bayern und Nordrhein-Westfalen: In München-Haidhausen, München-Solln, Erding, Ingolstadt, Landshut, Rosenheim, Köln, Bonn, Düsseldorf und Eschweiler.

Automaten weltweit im Einsatz

Diese Automaten des US-Herstellers ecoATM sind in den USA und Grossbritannien schon seit Jahren im Einsatz. Etwa die Hälfte der Geräte könne weiterverkauft werden, sagt ecoATM-Europamanager Christoph Janeba. Im Internet gibt es grosse Handelsplattformen, «in Asien und Afrika gibt es grosse Märkte. Und auch Versicherungen kaufen viel, wenn sie gleichwertige Geräte versichert haben.»

Selbst kaputte Altgeräte nimmt der Automat dankbar an. Mal kann das Display oder die Kamera als Ersatzteil verwendet werden. Zudem enthält ein Handy im Durchschnitt rund 8 Gramm Kupfer, 4 Gramm Kobalt, 0,2 Gramm Silber und 0,025 Gramm Gold – das hat das bayerische Landesamt für Umwelt errechnet. In 124 Millionen «Schubladenhandys» stecken also insgesamt mehr als 1000 Tonnen Kupfer, 487 Tonnen Kobalt, 33 Tonnen Silber, 3 Tonnen Gold und 1 Tonne des noch wertvolleren Metalls Palladium. Zu schade für den Hausabfall – zumal dann Blei und Nickel die Umwelt belasten.

Diebe sollen abgehalten werden

Wie das Ganze funktioniert, führt Janeba an zwei Beispielen vor: Er legt ein gebrauchtes Samsung Galaxy S 9 in die Klappe des Automaten und schliesst es an. Der Automat erkennt elektronisch und optisch Modell und Zustand des Geräts und bietet dem Besitzer einen Betrag an – in diesem Fall 203 Euro. Stimmt der Besitzer zu, druckt der Automat einen Einkaufsgutschein aus und schluckt das Handy. All das dauert nur wenige Minuten. Bei einem alten Samsung S 1 dagegen meldet er nur: «Kein Barwert.»

Dieben, die gestohlene Smartphones einfach am Automaten versilbern wollen, macht es der Automat schwer: Mit gesperrter SIM-Karte lohnt sich der Verkauf nicht, zudem prüft der Automat auch, ob die Gerätenummer als gestohlen gemeldet wurde. Der Verkäufer muss auch noch seinen Namen angeben und beim Einlösen des Bons an der Kasse seinen Ausweis parat haben, wie Janeba erklärte.

Bilder des Tages

Zurück zur Startseite