Facebook muss Daten zu Myanmar-Gräueltaten herausgeben

Dirk Jacquemien

23.9.2021

Die Rohingya wurden in Myanmar massenhaft ermordet und in Nachbarländer vertrieben.
Die Rohingya wurden in Myanmar massenhaft ermordet und in Nachbarländer vertrieben.
Getty Images

Facebook muss zur Aufklärung von Gräueltaten beitragen, Tim Cook beschwert sich über Leaker und die EU will USB-C vorschreiben. Das und mehr in den Digital-News des Tages.

Dirk Jacquemien

23.9.2021

Ein US-Richter hat Facebook verpflichtet, Daten zu Accounts weiterzugeben, die 2018 mit Desinformationen und Gewaltanstiftungen zu Gräueltaten gegen die muslimische Volksgruppe der Rohingya beigetragen haben sollen. Gambia hatte die Informationen angefragt. Das westafrikanische Land verklagt gerade Myanmar vor dem Internationalen Gerichtshof wegen mutmasslichem Völkermord an den Rohingya.

Facebook weigerte sich unter Berufung auf US-Datenschutzgesetze, die Daten herauszugeben. Richter Zia Faruqui sagte, dass sich gerade Facebook auf den Datenschutz berufe sei «voller Ironie». Ohne diese Daten könne man nicht ergründen, wie «Desinformationen zu Genozid führen», so Faruqui. Die Vereinten Nationen warfen Facebook 2018 vor, «langsam und ineffektiv» gegen Hass-Posts in Myanmar vorgegangen zu sein.

Facebook wechselt CTO aus

Facebook bekommt einen neuen Chief Technology Office. Amtsinhaber Mike Schroepfer wird Anfang nächstes Jahres in einer Berater-Rolle wechseln und durch Andrew Bosworth ersetzt. Bosworth ist derzeit Chef von Facebooks Hardware-Abteilung und ein enger Vertrauter von CEO Mark Zuckerberg.



Tim Cook beschwert sich in geleaktem Brief über Leaker

Apple-Chef Tim Cook hat sich in einen Brief an seine Mitarbeiter*innen darüber beschwert, dass Interna der Firma an die Presse durchgestochen oder geleakt werden. Wer dies tue, gehöre nicht zu Apple. Man setze alles daran, die Übeltäter*innen zu identifizieren, so Cook in dem Brief, der wiederum an «The Verge» geleaktwurde.

EU will USB-C vorschreiben

Die Europäische Kommission will Handy-Hersteller dazu zwingen, eine einheitliche Ladebuchse zu verwenden. Laut «Süddeutscher Zeitung» soll diese USB-C werden.  Quasi alle Smartphone-Hersteller verwenden USB-C bereits bei ihren aktuellen Modellen, einsame Ausnahme ist Apple.