«Animal Crossing» wegen Protesten im Spiel verboten

Fabian Gilgen

15.4.2020 - 10:21

Tom Nook aus «Animal Crossing: New Horizons» muss China verlassen.
Bild: Screen Rant

2019 wurde in China Spielen, die Blut und Leichen zeigen, die Verkaufslizenz entzogen. Scheinbar ist jetzt auch das wohl friedlichste und süsseste Spiel dieses Jahres – «Animal Crossing: New Horizons» – von den Restriktionen betroffen.

«Animal Crossing: New Horizons» bietet vor allem zur Zeit der Coronakrise eine perfekte Alternative zu den Ferien im Süden. Auch seine Freunde kann man auf die selbst gestaltete Insel einladen und somit auf Social Distancing zumindest virtuell einmal verzichten.



Zurzeit inspiriert der grosse Freiraum, den man als Inselbesitzer hat, viele Spieler dazu, das perfekte Ferienparadies zu gestalten. Auch Hongkong-Aktivist Joshua Wong mischt mit. Er nutzt «Animal Crossing: New Horizons» dafür, seinen Unmut gegenüber der chinesischen Regierung kundzutun. Ein Bild seiner Insel, auf dem ein Banner mit der Aufschrift «Befreit Hong Kong – Revolution jetzt» zu sehen ist, hat er kürzlich auf Twitter veröffentlicht.

«Die Pandemie hat öffentliche Demonstrationen gestoppt, so dient jetzt neu ‹Animal Crossing› als Plattform für Demonstranten», so Wong in seinem Tweet. Tatsächlich sind viele seinem Beispiel gefolgt und nutzen nun ihre Insel als Protest gegen Chinas Regierung in Hongkong.



Die Regierung Chinas hat zügig reagiert. Wie Reuters berichtet, ist «Animal Crossing: New Horizons» aus eCommerce-Plattformen wie Pinduoduo und Taobao verschwunden. Diese vertrieben jeweils ausländische Kopien des Spiels, da es in China offiziell noch keine Lizenz erhalten hatte. Sie wird nun nach diesen Ereignissen wohl auch in Zukunft nicht ausgestellt werden.

Bisher gibt es noch keine offizielle Stellungnahme der chinesischen Regierung zum Verbot von «Animal Crossing: New Horizons».

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