Ist Ninja am Ende seiner Streamer-Karriere?

Fabian Gilgen

22.2.2019

Ninja ist mit 13 Millionen Followers immer noch Nummer eins.
Bild: Gamestar

Etliche Newsartikel sprechen von einem nahen Karriereende für Ninja und beziehen sich dabei auf aktuelle Twitch-Statistiken. Doch diesen Zahlen sollte man nicht blind vertrauen.

Durch das populäre Spiel «Fortnite» gelang Richard «Ninja» Blevins der grosse Durchbruch in seiner Streamer-Karriere. Heute ist er mit über 13 Millionen Anhängern auf Twitch einer der erfolgreichsten Streamer weltweit. Auch auf YouTube kann er mehr als 21 Millionen Abonnenten vorweisen, und er hatte darüber hinaus auch schon zahlreiche Auftritte im Fernsehen und bei Grossanlässen.



Aktuell kursieren nun jedoch viele Artikel im Netz, die über ein vermeintliches Ende von Ninjas märchenhafter Karriere  berichten. Als Grundlage dienen die hohen Verluste von zahlenden Abonnenten. Laut Metro soll Ninja in den letzten zehn Monaten 90 Prozent seiner treuesten Fans verloren haben und komme aktuell deshalb nur noch auf zirka 25'000  Abonnenten. Im April letzten Jahres waren es noch 263'000. Ninja sei ausgebrannt und «Fortnite» nicht mehr so populär seit «Apex Legends» auf dem Markt ist, so die Vermutungen zum Einbruch der Statistiken.

Ein anderer Blick auf die Zahlen

Hinter der Auswertung der genannten Abo-Zahlen steckt allerdings etwas mehr. Selbst wenn die von Twitchstats veröffentlichten Werte stimmen, gibt es einen durchaus plausiblen Grund, warum die Abos für Ninjas Kanal über die Monate eingebrochen sind.

Im März und April 2018 bekam man als Promo beim Abschluss einer Amazon-Mitgliedschaft unter anderem ein kostenloses Twitch-Abo geschenkt. Viele Nutzer entschieden sich damals, ihr Goodie in Ninja zu investieren, was zu einem enormen Boom an neuen Abonnenten führte. In der Folge wurden viele von diesen Abos jedoch nicht erneuert, weil es nicht mehr kostenlos war.

Die Statistiken sind also mit Vorsicht zu geniessen. Von einem Karriereende zu sprechen, ist komplett übertrieben. Zu diesem Schluss kommt man auch bei näherer Betrachtung der Statistiken von Sullygnome. Auch wenn der Anstieg der wichtigsten Kennzahlen nicht mehr so hoch ist wie noch vor einem Jahr, liegt Ninjas Kanal bezüglich Wachstum noch immer auf dem vierten Platz. Und es ist durchaus realistisch, dass er nach seinem zweimonatigen Urlaub ab März wieder ganz nach vorn stossen wird.

Richard «Ninja» Blevins, 27, ist ein professioneller Gamer aus den USA. Seine eSports-Karriere hat er 2009 mit dem Spiel «Halo 3» gestartet. Seither spielte er für Teams wie Cloud9, Team Liquid und aktuell Luminosity Gaming. Seit 2011 ist er Streamer und wurde 2018 mit «Fortnite» weltbekannt. Vor «Fortnite» streamte er ähnliche Titel wie «H1Z1» und «PUBG»

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