Keine exklusiven Spiele

Macht Google Stadia bereits einen grossen Schritt zurück?

Von Martin Abgottspon

2.2.2021

Seit wenigen Monaten ist der Cloudgaming-Dienst von Google auch in der Schweiz erhältlich.
Seit wenigen Monaten ist der Cloudgaming-Dienst von Google auch in der Schweiz erhältlich.
Google

Der grosse Durchbruch ist dem Cloudgaming-Dienst von Google bisher noch nicht gelungen. Die hauseigenen Spieleentwicklungsabteilungen werden bereits wieder geschlossen. 

Google hat in einem Blogeintrag bekannt gegeben, dass das hauseigene Studio SG&E (Stadia Games & Entertainment) geschlossen wird. Das betrifft sowohl das Studio in Montreal als auch jenes in Los Angeles. Die meisten Mitarbeiter sollen künftig in anderen Teams innerhalb von Google arbeiten. Die Studio-Leiterin Jade Raymond, die zuvor bereits bei Electronic Arts und bei Ubisoft gearbeitet hat, wird das Unternehmen aber verlassen.



Google begründet diesen radikalen Schritt damit, dass es viele Jahre dauert und Unsummen kostet, ein Blockbuster-Spiel von Grund auf zu entwickeln, und dass die Kosten exponentiell steigen würden. Stadia soll sich künftig stattdessen auf Partnerschaften mit anderen Entwicklern konzentrieren.

Der Streaming-Service selbst bleibt in seiner jetzigen Form erhalten, und Google dürfte auch weiterhin dafür bezahlen, dass Spiele zumindest für einige Zeit exklusiv auf der eigenen Plattform erscheinen.

Wo bleibt das Alleinstellungsmerkmal?

Mit diesem Schritt wird auch ein grosser Teil der ursprünglichen Vision begraben, Nutzer mit exklusiven Spielen von Google Stadia zu überzeugen. Der Konkurrenzkampf mit Sony, Microsoft oder Nintendo wird dadurch wohl umso härter, weil sich Google Stadia so schlicht nicht von den grossen Mitspielern abheben kann.



Wer aktuell «The Queen's Gambit» oder «Dark» schauen will, muss dafür ein Netflix-Abo abschliessen. Genauso muss sich jeder Gamer, der «The Last of Us» oder «God of War» spielen möchte, eine Playstation anschaffen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass viele der grossen Spiele ihren Weg nie auf die Plattform von Google Stadia finden werden. Eine nennenswerte Ausnahme ist derzeit «Cyberpunk 2077».

Womöglich ist diese Exklusivität gewisser Spiele auch einer der Hauptgründe, warum derzeit so viele potenzielle Käufer auf eine Playstation 5 oder die Xbox Series X warten, während sich die Nutzerzahlen bei Google Stadia im Vorjahr sogar rückläufig entwickelt haben.

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