Google warnt vor Kampagne russischer Staatshacker

Dirk Jacquemien

12.10.2021

Das GRU-Hauptquartier in Moskau
Das GRU-Hauptquartier in Moskau.
Keystone

In den vergangenen Wochen haben russische Staatshacker*innen offenbar ihre Angriffe intensiviert, wie Google nun warnt.

Dirk Jacquemien

12.10.2021

Laut Google läuft derzeit eine intensivierte Phishing-Kampagne durch russische Staatshacker*innen. In der vergangenen Woche verschickte Google an 14’000 seiner Kund*innen Warnungen. Sie seien ins Visier von «staatlich gesponsorten» Hacker*innen geraten, die das Passwort stehlen wollten, heisst es in der Nachricht.

Bei 86 Prozent der Nutzer*innen habe es sich beim Angreifer um die Gruppe APT28, auch bekannt als Fancy Bear, gehandelt, berichtet «Vice». Dies ist eine Einheit des russischen Militärgeheimdienstes GRU, die für einige der spektakulärsten Cyberangriffe der vergangenen Jahre verantwortlich gemacht wird. Unter anderem stahl sie E-Mails eines Hillary Clinton-Beraters, was 2016 den US-Wahlkampf mächtig aufmischte.

Auch kleine Fische sollen an die Angel

Die Warnungen bedeuten nicht, dass ein Google-Konto gehackt wurde, sondern im Gegenteil, dass ein Angriff abgewehrt wurde. Normalerweise verschickt Google einige Tausend solcher Warnungen im Monat, nun waren es allerdings 14’000 in nur einer Woche. Warum die Cyberangriff-Kampagne so intensiviert wurde, ist unklar.

Im Visier standen Nutzer*innen weltweit, vor allem Journalist*innen sowie Mitarbeiter*innen von NGOs und Think Tanks. Eine Person, die eine solche Warnung erhalte hatte, zeigte sich überrascht. «Ich bin ein Niemand. Ich bin bestimmt kein Fan von Putins Russland, aber ich kann es mir kaum vorstellen, dass es sich lohnt, einen kleinen Fisch wie mich ins Visier zu nehmen», so die Person gegenüber «Vice».