Nasa-Forscher will Mars und Venus bewohnbar machen

Von Dirk Jacquemien

9.1.2022

Bislang nicht besonders menschenfreundlich: Der Mars.
Der Mars ist bislang nicht besonders lebensfreundlich.
Bild: Getty Images

Der nun in Rente gegangene Chef-Wissenschaftler der Nasa hat einen Plan, wie Mars und Venus für Menschen bewohnbar gemacht werden könnten.

Von Dirk Jacquemien

9.1.2022

Mehr als vierzig Jahre, seit 1980, hat Jim Green bei der US-Weltraumbehörde Nasa gearbeitet, die vergangen drei Jahre als Chief Scientist. Anfang dieses Jahres ist er nun in den Ruhestand gegangen. Zuvor hat er aber noch der «New York Times» ein Abschiedsinterview gegeben, in dem er geradezu fantastische Vorstellungen für eine Transformation von Mars und Venus formuliert.

Green setzt auf ein Terraforming der beiden der Erde am nächsten liegenden Planeten um sie bewohnbar zu machen. Das grösste Problem von Mars und Venus ist, dass sie anders als die Erde kein Magnetfeld besitzen. Sonnenwinde können so ungestört die Atmosphäre zerreissen. Also will Green ein solches Magnetfeld künstlich erzeugen.

Elektromagnetischer Ring soll schützen

In Bezug auf Venus sagt Green nur, er wollen mit einen physischen Schild die Sonnenstrahlung zum Planeten blockieren und so die Temperatur reduzieren. In Bezug auf eine Umwandlung des Mars hat er allerdings schon konkret ausgearbeitetes Konzept.

Green arbeitet gerade an einem wissenschaftlicher Aufsatz zur genauen Umsetzung, von dem schon eine Vorabversion verfügbar ist. Dieser würde aber in der Fachschaft nicht besonders wohlwollend aufgenommen, denn seine Kolleg*innen seien keine Fans von Terraforming, so Green.

Jim Green will für besseres Wetter auf dem Mars sorgen.
Jim Green will für besseres Wetter auf dem Mars sorgen.
Bild: Getty Images

Fünf Kolleg*innen hat Green allerdings gefunden, die mit ihm darlegen, wie der Mars mit einer so genannten Magnetosphäre ausgestattet werden könnte. Das vielversprechendste Konzept hierbei sei die Platzierung eines gigantischen elektromagnetisches Ringes zwischen Sonne und Mars.

Mars-Monde liefern die Bauteile

Dieser Ring würde aus Material bestehen, dass von Mars-Monden Phobos und Deimos ins Weltall extrahiert und dann ionisiert würde. Der Strom zum Aktivieren dieses künstlichen Magnetfeldes würde durch Kernfusionsreaktoren bereitgestellt werden – die bislang aber leider noch nicht in der Praxis funktionieren. Die dann benötigte Strommenge wäre allerdings niedriger als der gesamte Stromverbrauch der Welt im Jahr 2020, also nicht völlig – im wahrsten Sinne des Wortes — astronomisch.

Wenn der ganze Prozess irgendwann mal technisch möglich ist, würde er wohl mehrere Jahrhunderte dauern, heisst es in dem Aufsatz. Dann allerdings könnte der Mars – geschützt vor dem schädlichen Einfluss der Sonne – wieder eine Atmosphäre aufbauen und deutlich heimeliger für uns Menschen werden.