US-Wahl

So wollten chinesische Hacker die Biden-Kampagne infiltrieren

dj

19.10.2020

Chinesische Hacker hatten es offenbar auf Joe Biden abgesehen.
Getty Images

Mit Phishing-E-Mails und versteckt hinter legitimer Anti-Viren-Software wollten chinesische Hacker die Kampagne von Präsidentschaftskandidat Joe Biden ausspionieren.

Google hat einen versuchten Angriff vermutlich staatlich kontrollierter chinesischer Hacker auf die Kampagne des demokratischen US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden erkannt. Der allem Anschein nach erfolglose Angriff fand bereits im Juni statt, Details dazu machte Google nun öffentlich.

Ins Visier genommen wurden offenbar die persönlichen E-Mail-Accounts von Biden-Mitarbeitern. Die Hacker-Gruppe mit dem Code-Name APT31 versuchte dabei zum einen, mit Phishing-Taktiken an Zugangsdaten zu kommen. Anderseits wurde auch versucht, die Mitarbeiter zur Installation von Malware zu bewegen.

Versteckt hinter McAfee

Eine Angriffstaktik bestand dabei darin, den Opfern Links zu legitimer Anti-Viren-Software von McAfee zu schicken, die auf der Plattform GitHub zum Download bereitstanden. Wurde nun allerdings die McAfee-Software heruntergeladen, wurde gleichzeitig ebenfalls auf GitHub gespeicherte Malware heruntergeladen und installiert.

Zur Kontrolle der Malware setzte APT31 unter anderem auf Dropbox. Der Einsatz legitimer Plattformen wie Dropbox und GitHub zur Malware-Verbreitung erschwere deren Erkennung und Bekämpfung, schreibt Google. Die potenziellen Opfer und die Kampagne wurden bereits informiert, ausserdem wurde die US-Bundespolizei FBI eingeschaltet.

Déjà-vu zu 2016

Hackangriffe von ausländischen Staaten auf die Wahlkampagnen in den USA gelten als eine der grössten Gefahren für die Integrität des Wahlprozesses. 2016 stahlen russische Hacker die E-Mails von Hillary Clintons Wahlkampfmanager John Podesta und gaben sie an Wikileaks zur Veröffentlichung weiter. Die daraus resultierenden Kontroversen werden als einer der Gründe für Clintons Niederlage angesehen.

Derzeit kursieren ausserdem vermeintliche E-Mails und SMS von Hunter Biden, dem Sohn des Kandidaten, die auf zwielichtige Art und Weise in den Besitz von Trump-Anwalt Rudy Guliani gelangten und dann an die «New York Post» weitergegeben wurden. Auch hier untersucht das FBI derzeit eine allfällige ausländische Involvierung.



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