Bürosoftware

Übernahme von Slack könnte Kampf gegen Microsoft befeuern

dj

26.11.2020

Ein Feature von Slack: Videokonferenzen. 
Slack

Im erbitterten Kampf gegen Microsoft könnte Slack nun Unterstützung vom Business-Software-Hersteller Salesforce bekommen. Dieser plant Medienberichten zufolge eine Übernahme von Slack.

Slack Technologies, bekannt für die gleichnamige Software zur Kollaboration und Kommunikation in Unternehmen, soll offenbar vom Business-Software-Anbieter Salesforce aufgekauft werden. Mehrere Medien, zuvorderst das «Wall Street Journal», berichten über «fortgeschrittene Übernahmegespräche», die bereits nächste Woche zum Abschluss kommen könnten. Slacks Aktienkurs schloss am Mittwoch mit einem Plus von 38 Prozent.

Slacks Produkt erscheint auf den ersten Blick prädestiniert für die Nutzung in der Pandemie. Doch der Kurs des Unternehmens lag vor Bekanntwerden der Übernahmegespräche in etwa auf dem Niveau zum Börsendebüt im Juni 2019. Zoom, ein weiterer Anbieter von Produkten für die Fern-Zusammenarbeit in Unternehmen, konnte seinen Wert hingegen seit Jahresbeginn knapp verfünffachen.

Starke Konkurrenz von Microsoft

Grund für Slacks vergleichsweise schlechte Performance dürfte vor allem die massiv intensivierte Konkurrenz von Microsoft Teams sein. Dieses bietet praktisch dieselben Features an, hat dieselbe Zielgruppe und mit dem Tech-Giganten Microsoft ein Billionen-Unternehmen im Rücken. Die Nutzerzahlen von Teams stiegen von 20 Millionen im vergangenen Jahr auf 115 Millionen jetzt.

Slack hat Microsoft in diesem Zusammenhang unlauteren Wettbewerb vorgeworfen, weil Teams mit Office gebündelt wird und damit Unternehmen mit bestehenden Office-Abos de facto kostenlos angeboten wird. Slack hat deswegen bereits eine Kartellbeschwerde bei der EU-Kommission eingereicht.



Salesforce und Microsoft auf Konfrontationskurs?

Doch einzig auf Hilfe von Politik und Gerichten zu hoffen, dürfte kaum eine erfolgversprechende Strategie sein. Deshalb würde ein Aufkauf durch Salesforce wohl auch Slack helfen. Salesforce bietet derzeit hauptsächlich Software zur Kundenverwaltung für Unternehmen an. Viele dieser Unternehmen hätten sicherlich auch Verwendung für Slack, sodass Salesforce hier mit einem eigenen Bündel an Software auftreten könnte.

Damit könnte sich eine neue Rivalität zwischen grossen, amerikanischen Tech-Firmen anbahnen. Microsoft und Salesforce sind sich in den vergangenen Jahren schon mehrfach in die Quere gekommen. So war Salesforce auch an einer Übernahme des Business-Social-Media-Netzwerkes LinkedIn interessiert, wurde dabei allerdings von Microsoft überboten.

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