Seit 75 Jahren

Diane Keaton – die unbezwingbare Ein-Frau-Armee

Von Fabian Tschamper

5.1.2021

Diane Keaton ist das Vorbild schlechthin: Die Oscarpreisträgerin und Hollywood-Legende war nie verheiratet, erzog zwei Adoptivkinder und arbeitete mit den Besten. Eine Hommage zum 75. Geburtstag.

Al Pacino, Warren Beatty und der heute in Ungnade gefallene Woody Allen waren ihre Partner. Ausserdem ist sie eine enge Freundin von Jack Nicholson, der «ein Pionier der Sprache ist, ein wirklicher amüsanter Typ». Und trotzdem war Diane Keaton nie verheiratet, ja angeblich sei sie seit 35 Jahren auf keinem Date gewesen. Eigene Kinder hat sie auch keine, allerdings hatte sie nach ihrem 50. Geburtstag ihre Tochter Dexter und ihren Sohn Dean adoptiert.

«In Sachen Heirat gibt es nichts zu bereuen. Die Männer haben mich nie gefragt. Das Konzept der Ehe hätte ich schon interessant gefunden», sagte Keaton vor einer Weile in einem «brigitte»-Interview.

Ein Star nach dem anderen

In unseren Herzen ist Keaton für immer als Annie Hall verewigt. Im Klassiker «Der Stadtneurotiker» (1977) spielen sie und Woody Allen ein skurriles und – wie es der Titel schon sagt – neurotisches Paar. Annie Hall machte die heute 75-Jährige über Nacht zum Star und brachte ihr gar den ersten und einzigen Oscar ein. Und dabei war sie in vielen anderen Filmen ebenfalls richtig gut!

Nicht zu vergessen ist da beispielsweise Kay Adams, die Ex-Frau von Michael Corleone (Al Pacino) im Mafia-Epos «The Godfather» (1972, 1974, 1990). Und die Feel-Good-Rolle in «Was das Herz begehrt» (2003) neben Jack Nicholson hat ebenfalls den Keaton-Charme. Generell durfte die in Los Angeles geborene Schauspielerin in ihrer Karriere neben vielen grossen Namen auftreten – zu denen gehört sie heute freilich auch: Pacino, Allen, Nicholson wurden schon genannt, aber da wären noch Meryl Streep, Robert DeNiro und Leonardo DiCaprio in «Marvin's Room» (1996) oder auch die legendären Frauen von «The First Wives Club» (1996): Goldie Hawn, Bette Midler und Maggie Smith.

Vergeben und vergessen?

Diane Keaton darf sich selbst zu den Letzten der alten Schule zählen und dies ganz ohne Skandale seit ihrem Debüt 1970. Das Einzige, was man ihr krumm nehmen könnte, war ihr Einstehen für Woody Allen. Der Regisseur wurde 2018 während der #metoo-Bewegung wegen mehrerer sexueller Übergriffe angeklagt – Keaton verteidigte ihren alten Freund.

Zum Schluss noch ein wenig Trivia: Diane Keaton hat übrigens gar nichts am Hut mit Michael Keaton. Und dem nicht genug: Beide Schauspieler hiessen bei Geburt anders, nämlich Diane Hall und Michael J. Douglas. Teilten die Keatons heute doch neben dem Nachnamen nur auch die Oscar-Auszeichnung, der arme Michael hätte es schon längst verdient.

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