Sadomaso-Romanze «Fifty Shades Freed»: Erotik-Kitsch erlebt den Höhepunkt

von Carola Grosse-Wilde, dpa

8.2.2018

Eine romantische Hochzeit, Ausflüge mit dem Privatjet und Flitterwochen am Meer: «Fifty Shades Freed», der letzte Teil der Erotik-Triolgie «Fifty Shades of Grey», knüpft nahtlos an seine Vorgänger an.

Fans der Sadomaso-Romanze «Fifty Shades Of Grey» können sich freuen: Pünktlich zum Valentinstag kommt der dritte Teil «Befreite Lust» nach den Bestsellern der britischen Autorin E. L. James in die deutschen Kinos. Dann erfahren sie endlich, wie die Lovestory zwischen dem erfolgreichen Multimillionär Christian Grey (Jamie Dornan) und der jungen Studentin Anastasia (Dakota Johnson) weitergeht. Obwohl die meisten Kritiker kein gutes Wort für die beiden Vorgängerfilme fanden (fünf «Goldene Himbeeren», Hollywoods Schmähpreise, heimste der erste Teil ein), liessen die Erotik-Streifen die Kassen der Kinobetreiber klingeln.

Von der Gespielin zur Gattin

«Ich gebe Dir meine Hand und mein Herz bis ans Ende unserer Tage», verspricht Christian bei der Traumhochzeit, die zu Beginn in Rückblenden erzählt wird. In einem figurbetonten Brautkleid aus weisser Spitze schwört Anastasia ebenfalls ewige Liebe. Danach geht es, verfolgt von Paparazzi, mit dem Privatjet in die Flitterwochen nach Paris und an die Côte d'Azur. Auf einer Sonnenliege am Strand kommt Mr. Grey natürlich seinen Eincreme-Pflichten nach - inklusive neckischen Klaps auf den Po. Danach geht es per Jetski zu Sexspielchen auf eine Yacht, bei denen Anastasia ans Bett gefesselt wird, weil sie sich ihrem Herrn und Gebieter «widersetzt» hat.

Regisseur James Foley («House of Cards»), der schon beim zweiten Teil Regie geführt hat, setzt wieder auf das bewährte Rezept der beiden Vorgängerfilme: Glanzvolle, stilisierte Bilder von der romantischen Hochzeit, Ausflüge mit dem Privatjet und Flitterwochen am Meer wechseln sich ab mit erotischen Liebesspielchen mit einem Hauch SM. Dabei ist Dakota Johnson immer wieder in Nahaufnahme zu sehen, wie sie sich an- und auszieht oder auf ihre Unterlippe beisst. Von Jamie Dornan bekommen die Zuschauer immerhin den nackten Oberkörper und sein knackiges Hinterteil zu sehen.

Ehemaliger Boss als Bösewicht

Um etwas Spannung in die Geschichte zu bringen, taucht Anas Ex-Chef Jack Hyde (Eric Johnson) auf, der auf Rache sinnt. Zuerst versucht er, Ana, und als das nicht klappt, Christians Schwester Mia (Rita Ora) zu entführen. Doch die eigentliche Bedrohung für das Glamour-Paar lauert woanders. Ana ist ungewollt schwanger und damit kommt der Egoist Christian gar nicht klar: «Ich bin nicht bereit, Dich mit irgendjemanden zu teilen», schnauft er wütend. Doch das Märchen von Aschenputtel im Hochglanzformat wäre kein Märchen, wenn es nicht auch für dieses Problem eine einfache Lösung gebe: «Du hast Angst, ein lausiger Vater zu sein. Aber das bist du nicht!», meint Ana.

Für alle aufgeklärten Frauen (und Männer) ist der Film eine Zumutung - weil auch nicht ein Klischee ausgelassen wird. Selbst das obligatorische Glacéschlecken von nackten Oberkörpern (der Kinofilm «9 1/2 Wochen» lässt grüssen) darf nicht fehlen. Fans der Serie werden wegen all der schönen Hochglanzbilder und der Sexszenen trotzdem wieder in Scharen in die Kinos stürmen. Aber vielleicht will man sich auch nur über all die Klischees herrlich amüsieren. Auch das ist möglich bei «Fifty Shades of Grey - Befreite Lust».

«50 Shades Freed» läuft ab Donnerstag, 8. Februar, in unseren Kinos.

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