Wer wird sich den goldenen Buben ins Regal stellen?

Fabian Tschamper

14.1.2020 - 15:20

Bald hat die «Award Season» ihren Höhepunkt erreicht. Mit der Verleihung der Oscars wird das phänomenale Kinojahr 2019 geehrt. Doch wer wird gewinnen? «Bluewin» wagt eine Prognose.

«And the winner is...» – vielleicht endlich Netflix. Nachdem der Streamingdienst 2018 mit «Roma» den besten Film des Jahres nicht hat mit nach Hause nehmen können, zittern die Verantwortlichen abermals: «The Irishman» von Martin Scorsese darf sich mit zehn Nominierungen brüsten, aber die Konkurrenz ist hart. «Bluewin» versucht sich an einer Vorhersage.

Bester Film

  • «Ford v Ferrari»
  • «The Irishman»
  • «Jojo Rabbit»
  • «Joker»
  • «Little Women»
  • «Marriage Story»
  • «1917»
  • «Once Upon a Time in Hollywood»
  • «Parasite»

So sehr Netflix den Preis verdient hätte, dieses Jahr ist die Palette an Filmen in der Hauptkategorie schlicht zu stark. Da kann Scorsese nur schwer mithalten. Der Oscar für den besten Film wird wohl eine knappe Kiste zwischen drei Nominierten: «Joker», «1917» und «Parasite» bringen alle Qualitäten mit, die ihnen im Vergleich zu den anderen Werken einen kleinen Vorsprung geben. Gewinnen wird wohl «1917» von Sam Mendes, auch wenn das Herz «Joker» schreit.

Beste Hauptdarstellerin

  • Cynthia Erivo, «Harriet»
  • Scarlett Johansson, «Marriage Story»
  • Saoirse Ronan, «Little Women»
  • Charlize Theron, «Bombshell»
  • Renée Zellweger, «Judy»

Eine klare Sache scheint allerdings die Kategorie «Best Actress» zu sein. Es ist die klassische Comeback-Story von einer Schauspielerin, die mehrere Jahre weg war vom Fenster und dann mit einem Knall zurück ins Rampenlicht schiesst. Der Oscar für die beste weibliche Hauptrolle dürfte zweifelsohne an Renée Zellweger gehen für den Film über die amerikanische Schauspielerin und Sängerin Judy Garland («The Wizard of Oz»).

Bester Hauptdarsteller

  • Antonio Banderas, «Pain and Glory»
  • Leonardo DiCaprio, «Once Upon a Time in Hollywood»
  • Adam Driver, «Marriage Story»
  • Joaquin Phoenix, «Joker»
  • Jonathan Pryce, «The Two Popes»

Beim männlichen Gegenstück gibt es zwei Kandidaten, die weit abgeschlagen auf den letzten Plätzen liegen: Antonio Banderas und auch Jonathan Pryce haben in ihren Rollen zwar überzeugt, nuanciert waren jene aber nicht. Adam Drivers Performance in «Marriage Story» ist phänomenal, vor allem weil der gesamte Film von den beiden Hauptakteuren getragen wird. Schliesslich dürfte es aber ein Duell zwischen Leonardo DiCaprio und Joaquin Phoenix werden. Phoenix schwimmt dabei für seine Darstellung des Jokers auf.



Eine Notiz am Rande: Dass die Academy «Uncut Gems» nicht für einen Oscar in Betracht gezogen hat, schmerzt. Der Film mit Adam Sandler entlockt jenem die Performance seines Lebens – definitiv oscarwürdig.

Beste Nebendarstellerin

  • Kathy Bates, «Richard Jewell»
  • Laura Dern, «Marriage Story»
  • Scarlett Johansson, «Jojo Rabbit»
  • Florence Pugh, «Little Women»
  • Margot Robbie, «Bombshell»

In dieser Kategorie scheint die Ausgangslage am ausgeglichensten. Jede dieser Frauen hätte die Auszeichnung verdient. Im Vorfeld konnte sich bisher Laura Dern durchsetzen – an den Golden Globes wie auch bei den Critics' Choice Awards. Viel Wind generiert momentan dagegen auch Florence Pugh. Sie ist in ihrer Rolle in «Little Women» regelrecht aufgeblüht. Der 24-jährigen Britin wäre es gegönnt.

Bester Nebendarsteller

  • Tom Hanks, «A Beautiful Day in the Neighborhood»
  • Anthony Hopkins, «The Two Popes»
  • Al Pacino, «The Irishman»
  • Joe Pesci, «The Irishman»
  • Brad Pitt, «Once Upon a Time in Hollywood»

Was für eine Kategorie! Fünf Schauspiel-Legenden reichen sich die Hand. Joe Pesci kam extra aus dem Ruhestand, um «The Irishman» mit seinen Freunden Scorsese, De Niro und Pacino zu drehen. Schauspielerisch überzeugte er am meisten während des dreieinhalbstündigen Gangster-Epos. Aber da ist im Gegensatz zu Pesci ja auch noch der oscarlose Brad Pitt. Den Golden Globe und den Critics' Choice Award hat er schon inne, hoffentlich reicht es auch für den Oscar.



Beste Regie

  • «The Irishman», Martin Scorsese
  • «Joker», Todd Phillips
  • «1917», Sam Mendes
  • «Once Upon a Time in Hollywood», Quentin Tarantino
  • «Parasite», Bong Joon Ho

In der Haut jener, die den Regie-Oscar vergeben, möchte wohl niemand stecken. Die diesjährigen Nominierten sind ebenbürtig – ja, auch «Hangover»-Regisseur Todd Phillips. Gewinnen wird er nicht, aber dabei sein ist auch schon was. Martin Scorsese und Quentin Tarantino haben getan, was sie über die Jahre schon immer getan haben. In Anbetracht dessen wird es wohl keinen Oscar geben für die beiden. Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Briten Sam Mendes und dem südkoreanischen Regisseur Bong Joon Ho geht hoffentlich an Letzteren – es wäre der erste Oscar überhaupt für Südkorea.

Die Academy Awards 2020 finden am 9. Februar statt.

Die Kino-Highlights im Januar
Zurück zur Startseite