Das Festival in den Zeiten des Coronavirus: HomeFestival

Locarno Film Festival

8.4.2020 - 12:43

Bequem von zu Hause aus ans LocarnoHomeFestival.
zVg

In Coronavirus-Zeiten dürfen wir nicht aus dem Haus. So hat das Locarno Film Festival beschlossen, sein Publikum zu Hause zu besuchen. Mit dem LocarnoHomeFestival, das bequem vom Sofa aus verfolgt werden kann.

Jetzt, wo wir alle zu Hause bleiben müssen, konnte das Locarno Film Festival keine bessere Gesellschaft anbieten als das Kino. So nutzt das Festival die vielen Kinosäle des Webs in eine Home-Version und wird zum LocarnoHomeFestival, anders gesagt, im Pyjama zum Festival. Alles per Mausklick, dem Smartphone oder dem Smart-TV zugängliches Angebot auf 72 Jahren Geschichte und Geschichten zurückgreift.

Zu Beginn beispielsweise ein Film, der im August mehr als 9'000 Personen auf die Piazza und ins FEVI gelockt hatte. Personen, die schon um drei Uhr nachmittags, mit einem Stück Pizza in der Hand, Schlange gestanden hatten, um einen Platz zu ergattern.

Jedem das Seine

Wie jedes normale Festival bietet auch das LocarnoHomeFestival Filme für jeden Geschmack: Von den grossen, auf der Piazza Grande gezeigten Filmen bis zu den kleinen Indie-Produktionen der Filmautoren. Auch das, was in Locarno zuerst nur eine Idee gewesen war und dann zu einem Film geworden ist.

Bis jetzt schon mehr als hundert wiedergefundene Filme, und viele weitere werden uns nach und nach die Tage der Ausgangssperre füllen. Womit wollen wir beginnen? Vielleicht mit einem der jüngsten: «Locarno72», «Piazza Grande» und die «Legende von Diego Armando Maradona».

40 Jahre on demand

Beginnend mit «Grauzone» (1979) von Fredi M. Murer, Goldener Leopard 1985 und Pardo alla carriera 2019, bis zu «Parasite» (BONG Joon-ho, 2019) mit SONG «Kang-ho», Excellence Award 2019. Auf Swisscom TV kann man sich zwischen den Seiten, die vierzig Jahre Festivalgeschichte zurückverfolgen, wie in einem Labyrinth verlaufen.

Von den grossen Filmen, die die Piazza Grande gebannt in Spannung hielten wie «BlacKkKlansma» von Spike Lee (Prix du Public UBS 2018) und «Atomic Blonde» von David Leitch, bis zu jenen, die wichtige Auszeichnungen erhalten haben wie «Das Fräulein» von Andrea Staka, Goldener Leopard 2006. Von Filmen, die das Publikum erobert haben wie der brillante «Die fruchtbaren Jahre sind vorbei» von Natascha Beller, bis zu von den Jurys ausgezeichneten, wie «Der Preis der Arbeit» von Antoine Russbach, Bester Spielfilm beim Schweizer Filmpreis 2019.

Die Schweiz, Nabel der Welt

Wenn sich jedes Jahr im August die Kinowelt in der Schweiz trifft, ist es im LocarnoHomeFestival die Schweiz, die mitten in die Kinowelt eintaucht. Viele, ja unzählige Schweizer Produktionen stehen auf einen Klick bereit. Etwa «Die Herbstzeitlosen» von Bettina Oberli und «Tutti giù – Im freien Fall» von Niccolò Castelli, oder «Reise der Hoffnung» von Xavier Koller und «Kleine Fluchten» von Yves Yersin. Und dann, von den Nachbarn aus Italien «Ein geliebter Feind» (Denis Rabaglia), aus Deutschland «Paula» (Christian Schwochow) oder aus Frankreich «Lucy» (Luc Besson). Aber aufgepasst, ein zusätzliches k reicht, und schon sind wir in Hollywood mit Lucky (John Carroll Lynch).

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