«Nur sie konnte so verschmitzt kichern»

#Von Fabian Tschamper

10.6.2021

Libuše Šafránková und Pavel Trávníček verzaubern heute noch die festlichen Tage mit «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» (1973).
Deutsche Film (DEFA)

Die tschechische Schauspielerin stirbt im Alter von 68 Jahren. Der Filmklassiker «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» bleibt. Kathrin Miebach, die seit 20 Jahren eine Fansite betreibt, verabschiedet sich schweren Herzens.

#Von Fabian Tschamper

10.6.2021

«Ich bin erschüttert und sehr traurig, dass ihr kein schöner Lebensabend vergönnt ist», sagt Kathrin Miebach auf Anfrage. Die Deutsche betreibt seit 2001 die Fanseite 3hfa.de und gehört wohl zu den leidenschaftlichsten Fans des Filmklassikers mit Libuše Šafránková und Pavel Trávníček. Wir haben ihr zu «Aschenbrödel» ein paar Fragen gestellt.

Haben sie zu Ehren von Libuše etwas geplant?

Noch nicht, die Nachricht ist noch ganz frisch. Ich habe zunächst den Eintrag auf meiner Website aktualisiert, aber da fällt mir noch mehr ein.

Als Expertin: Gibt es eine Anekdote, die sie über Šafránková erzählen können?

Ich habe sie nie persönlich kennengelernt. Sie hat nur einmal ein Interview für ein deutsches Fernsehteam gegeben und wollte auch nicht immer auf diese eine Rolle festgelegt werden. Das kann ich sehr gut verstehen, immerhin hat sie eine beeindruckende Karriere vorzuweisen.

Eine Sache vielleicht: Während der Dreharbeiten in Švihov war es sehr kalt, es gibt dort einen kleinen Gasthof neben der Burg, da hatte sie damals einen festen Platz am Bollerofen, den ihr auch niemand streitig gemacht hat, hat uns der damalige Gastwirt erzählt.

Was machte Libuše als Schauspielerin einzigartig?

Ich glaube, nur sie konnte so verschmitzt kichern, wenn sie dem Prinzen einen Schneeball ins Gesicht geworfen hat.

Ihr Schauspiel-Partner war wirklich in sie verliebt, oder?

Er drückt sich immer um die Antwort und sagt dann: ‹Wir alle am Set waren verliebt in sie.›

Wünschten Sie sich eine Neuauflage des Films?

Auf keinen Fall! Ich sehe nicht ein Detail, das nicht mehr zeitgemäss ist und angepasst werden müsste. Ausserdem: Dieses perfekte Zusammenspiel von Darstellern, Musik, Kostümen, Wetter, Locations kriegt doch keiner mehr hin, das hat ja nicht mal Regisseur Václav Vorlíček selbst ein zweites Mal geschafft.

Kathrin Miebach präsentiert ein selbst genähtes Kleid nach der Vorlage des Films «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel».
Lars Heidrich