Von Chinas Stolz zur zensierten Person

dpa/che

26.4.2021

Preisregen für Zhaos US-Roadmovie «Nomadland». Aber nicht alle freut es.
dpa

Gleich drei goldene Statuetten heimste die chinesischstämmige Chloé Zhao dieses Jahr an den Oscars ab. Während die Regisseurin weltweit gefeiert wird, reagiert China mit Zensur und Zurückhaltung.

dpa/che

26.4.2021

Während sich Cineasten auf der ganzen Welt über den ausserordentlichen Siegeszug von Chloé Zhao freuen, wird in ihrer Heimat die freudige Meldung eher unter den Teppich gekehrt.

Aber alles der Reihe nach. Wichtige Staatsmedien, darunter die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua und der Staatssender CCTV, berichteten am Montag zunächst überhaupt nicht über die Verleihung des Preises an die US-Amerikanerin, die ihre Kindheit in China verbracht hatte.

In sozialen Netzwerken wurden Beiträge zum Thema teilweise gelöscht. Ein Sprecher des Pekinger Aussenministeriums lehnte einen Kommentar mit der Begründung ab, dass es sich «nicht um eine diplomatische Angelegenheit» handele.

Der Wind hat sich gedreht

Noch Anfang März hatte die chinesische Zeitung «Global Times» Zhao als «Chinas Stolz» gefeiert, nachdem sie bereits bei den Golden Globes ausgezeichnet worden war. Dann tauchte jedoch ein altes Interview mit Zhao im chinesischen Internet auf, in dem sie die Volksrepublik als «Ort der Lügen» kritisiert hatte. Werbematerial und Verweise auf «Nomadland» wurden in den vergangenen Tagen gelöscht. Auch verschwanden Informationen zum Film von chinesischen Ticket-Websites.