Walliser Model spielt in Comedy-Serie «Acapulco» mit

Von Marlène von Arx, Los Angeles

14.11.2021

Die in Los Angeles wohnhafte Schweizerin Alizée Gaillard hat sich eine Rolle in der Apple TV+ Serie «Acapulco» geangelt. Auf dem Set in Mexiko mit dabei: ihre inzwischen zehn Monate alte Tochter Ayla Star. 

Von Marlène von Arx, Los Angeles

14.11.2021

Alizée Gaillard, Sie haben vor Kurzem die Serie «Acapulco» für Apple TV+ gedreht. Was können Sie über die Comedy-Serie sagen?

Die Serie begleitet einen jungen Mann bei der Arbeit in einem beliebten Resort-Hotel in den 80er-Jahren. Ich bin die ehemalige Hotelbesitzerin und komme in zwei Episoden vor, in Flashbacks der 50er-Jahre vor. Mehr darf ich nicht verraten.

Wie kamen Sie zur Rolle in dieser amerikanischen-mexikanischen Co-Produktion?

Ich ging im Mai an ein Casting, aber hörte dann nichts mehr – wie so oft. Und dann plötzlich, ein paar Wochen später, hiess es, ich hätte die Rolle und müsste am nächsten Tag nach Puerto Vallarta fliegen. Es war meine erste Reise mit dem Baby, das gerade mal fünfeinhalb Monate alt war.

Wie ging das?

Es gab viel Papierkram und Covid-Tests zu organisieren. Ich weiss nicht, ob sie überhaupt wussten, dass ich ein Kleinkind habe. Als sie meinen Pass verlangten, schickte ich einfach drei ein. Denn die Mutter meines Freundes kam zur Unterstützung ebenfalls mit. Es waren alle sehr verständnisvoll, dass ich eine stillende Mutter bin und ein Baby mit in die Dreh-Bubble brachte. Praktisch war, dass wir im gleichen Resort wohnten, wie wir drehten.

Wie hat die Pandemie Ihre Möglichkeiten als Schauspielerin verändert?

Am Anfang gab es gar keine Arbeit. Jetzt läuft es wieder langsam, aber ich hatte in den letzten eineinhalb Jahren nur ein In-Person-Casting. Sonst läuft alles mit Selbst-Aufnahmen, die man online einschickt. Ich könnte irgendwo auf der Welt sein. Nun hoffe ich, dass ich das Momentum nutzen kann, wenn meine beiden «Acapulco»-Episoden ausgestrahlt worden sind.

Als Model sind Sie nach wie vor viel beschäftigt – auch jetzt als Mutter. Überrascht Sie das?

Ja, ich wusste gar nicht, dass es einen ganzen Markt für schwangere Models und neue Mütter gibt. Schon sechs Wochen nach der Geburt von Ayla wurde ich gebucht. Mit dem Baby! Ich finde es auch toll, wenn Brands echte Mütter mit Rundungen engagieren. Ich habe in der Schwangerschaft nämlich viel zugenommen und hatte nach der Geburt nicht gleich wieder einen flachen Bauch.

Wie hat die kleine Ayla Star Ihr Leben verändert?

Sie hat mein Leben auf die beste Weise auf den Kopf gestellt. Ich lerne meine Zeit besser zu nutzen. Zum Glück ist sie kein schwieriges Baby. Sie schlief acht Stunden im Flugzeug von Los Angeles nach Zürich und im Anschlussflug nach Genf auch wieder.

Sie haben ihr erstmals die Schweiz gezeigt?

Ja, endlich im September! Ich war drei Jahre nicht mehr zu Hause. Für mich ist die Schweiz immer noch das Zuhause. Ich hätte nie gedacht, dass ich drei Jahre lang nicht zurückkehren würde. Es war so eine schöne Abwechslung und es hat ihr gefallen, die Grosseltern, Tanten, Onkeln, Cousins und Cousinen kennenzulernen. Ich kann es kaum erwarten, wieder hinzufliegen. Hoffentlich irgendwann mal Anfang Jahr, denn Weihnachten verbringen wir in den Bahamas bei der Familie meines Freundes.

Wie haben Sie Ihren Partner, den Online-Unternehmer Jorge David Gafter, eigentlich kennengelernt?

Durch eine Freundin. Wir verabredeten uns für Drinks und dann gingen wir an eine Laden-Eröffnung in West Hollywood. Meine Freundin sagte: Jetzt finden wir dir einen Ehemann! Dabei kam ich gerade aus der Scheidung und wollte keinen Ehemann. Jorge und ich sahen einander durch den Raum und wurden einander schliesslich vorgestellt. Nach zwei Wochen sagte ich ihm, dass ich für eine Weile in die Schweiz ginge und reisen wolle. Wir könnten ja in ein paar Monaten weiterschauen.

Offenbar haben Sie wieder zusammengefunden…

Ja, nach sieben Monaten! Ich brauchte diese Zeit, um nach der Trennung zu mir zu finden. Ich ging nach New York und Amsterdam und dann zur Familie in die Schweiz. Ich liess da meine Eier einfrieren, denn ich fand mit 33 heraus, dass ich eine sehr tiefe Anzahl habe. Das war ein grosser Schock.

Der Kinderwunsch hat sich dann aber doch relativ schnell erfüllt?

Ja, es schlug unerwartet doch ein: Wir kannten uns erst elf Monate und waren in unserer Beziehung eigentlich gar noch nicht so weit. Aber wir freuten uns natürlich sehr. Ayla Star ist nicht nur meine grösste Freude. Sie ist ein Wunder.