Die Hüter des Amazonas: Kampf um die grüne Lunge

tsch

4.8.2018

Der brasilianische Regenwald gilt als eines der letzten intakten Naturgebiete der Welt - und als Heimat von indigenen Völkern. Deren Zukunft ist aber ungewiss.

Es soll sie immer noch geben - sogar im Weissen Haus in Washington: Menschen, die den Klimawandel leugnen. Dabei nehmen die drastischen Veränderungen durch die von Menschen gemachte Erderwärmung - gut sichtbar - immer schneller Raum ein. Umso wichtiger ist es, die letzten noch erhaltenen, fast gar nicht von Menschenhand veränderten Urwaldgebiete der Erde zu erhalten. Im Zentrum der neuen ARTE-Dokumentation «Die Hüter des Amazonas» der französischen Filmemacher Jean-Pierre Dutilleux und Alexandre Bouchet steht ein junger Yawalapiti-Häuptling, der sich um den Schutz des Lebensraums seines jahrhundertealten indigenen Volksstamms - und um den Erhalt der sprichwörtlichen «Grünen Lunge» des Planeten - verdient macht. Es ist ein zäher Kampf - mit vielen Rückschlägen.

Die Yawalapiti kämpfen gegen die Zerstörung an

Das Volk der Yawalapiti, das entlang des brasilianischen Rio Xingu im grössten Schutzgebiet für indigene Ureinwohner lebt, bildet die Frontlinie bei der Bewahrung des von allen Seiten bedrohten Regenwaldes. Ihr Land bildet regelrechte Naturschutzinseln. Deren Fläche beträgt rund zehn Prozent des brasilianischen Staatsgebiets - sie ist so gross wie Deutschland und Frankreich zusammen. Zählten die Yawalapiti in den 60er-Jahren nur noch einige Dutzend Mitglieder, ist ihre ursprüngliche Stammesgemeinschaft nun wieder auf mehrere Hundert angewachsen, die um ihren natürlichen Lebensraum kämpfen.

Allein schon ihre Erzählungen verdeutlichen, wie kostbar ihnen das Amazonas-Gebiet mit seiner unvergleichlichen Fauna und Flora ist. Sie wollen die biologische Vielfalt in ihren weitschweifigen Siedlungsgebieten unbedingt erhalten. Auch für Wissenschaftler sind die Reichtümer des Urwalds eine Goldgrube. Von der Bewahrung dieses kostbaren Gebiets hängt die Zukunft des Planeten ab.

Widerstand aus der Wirtschaft

Den indigenen Völkern und ihren Unterstützern stehen aber viele kommerzielle Interessen entgegen: Brasilien versucht nach und nach, die Landwirtschaft industriell auszuweiten. Das riesige Land ist weltweit führend in der Sojaproduktion und Viehzucht. Ausserdem durchsuchen Goldsucher die Region.

Eine der grössten Bedrohungen für das Amazonasgebiet sind Brände und illegale Brand-Rodungen. 2016 wurde bereits wegen der schlimmsten Dürre seit 50 Jahren die Alarmstufe Rot ausgerufen. Der ARTE-Film zeigt: Wenn jetzt nicht doch noch beherzt gegengesteuert wird, könnte sich der Regenwald in eine öde, unfruchtbare Grassteppe verwandeln.

«Die Hüter des Amazonas» läuft am Samsta, 4. August, um 19.30 Uhr auf ARTE. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

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