Durch Samenspende gezeugt – jetzt sucht Sandra ihren Vater

tsch

6.1.2019

Eine Frau, die Anfang der 70er-Jahre zur Welt kam, erfährt erst sehr spät, dass sie die Tochter eines anonymen Samenspenders ist. Ihr Wunsch, mehr über ihren leiblichen Vater herauszufinden, führt sie in die USA.

Das Bedürfnis zu wissen, wo man herkommt, ist ein urmenschliches. Und es treibt auch Sandra S. an, die Anfang der 70er-Jahre als eines der ersten Kinder, die durch eine anonyme Samenspende gezeugt wurde, auf die Welt kam.

Von den Umständen ihrer Zeugung hat Sandra S. erst vor ein paar Jahren erfahren. Damals kam ans Licht, dass der Mann, den sie bislang für ihren Vater gehalten hatte, in Wirklichkeit zeugungsunfähig ist. Umso dringlicher ist nun ihr Wunsch, mehr über ihre Familie und sich selbst herauszufinden. Eine heisse Spur führt sie nach Kalifornien.

Spurensuche in den USA

Tatsächlich war Sandras Erzeuger ein amerikanischer Medizinstudent, der sich damals in Zürich aufhielt. Über Immatrikulationsbücher dieser Zeit liess sich der Kreis der möglichen Väter einengen. Reporter Sören Senn begleitet die Frau, die unter der existenziellen Lücke in ihrer Biografie noch immer leidet, auf ihrer Reise in die USA.

Mit viel Fingerspitzengefühl und Zurückhaltung erzählt die packende Reportage von einer Fragestellung, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Dabei legt der gut gemachte, sehenswerte «Reporter»-Beitrag den Finger auf eine von vielen Betroffenen als schmerzhaft empfundene frühere Gesetzeslücke.

Registrierung inzwischen Pflicht

Mittlerweile müssen sich Samenspender zwingend registrieren lassen. Und ihre Kinder haben das Recht darauf, nach ihrem 18. Geburtstag grundsätzlich ihren biologischen Erzeuger ausfindig machen zu können. Trotzdem beleuchtet die Reportage natürlich auch die andere Seite – die eines Mannes, der auf die Schweigepflicht der Ärzte vertraute und dessen Motive ebenfalls berücksichtigt werden müssen. Mit dem brisanten Thema geht der Film von Sören Senn feinfühlig um.

«Reporter: Vater finden – Folgen einer Verheimlichung» läuft am Sonntag, 6. Januar, um 22.15 Uhr auf SRF 1. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

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