Promi-Tanzen «Fühle mich fehl am Platz»: Frustrierte Kerstin Ott rechnet mit «Let's Dance» ab

tsch

27.4.2019

Die fünfte Live-Show des RTL-Promi-Tanzens «Let's Dance» sah einige Höhepunkte. Sogar Rekorde wurde gebrochen. Es gab aber auch einen denkwürdigen Abschied. Fulminanter und ehrlicher war so noch kaum ein Abgang im deutschen Fernsehen zu sehen.

«Wenn man vor dieser Sendung einen Vertrag unterschreibt, den du unterschrieben hast, hier tanzen zu wollen, dann muss ich mir der Sache sicher sein, dass ich alles gebe für die Show.» Das sagte Joachim Llambi. Die Argumentation des Ober-Jurors von «Let's Dance» klang durchaus logisch. So funktioniert das eben in der Arbeitswelt. Jeder ist seines Glückes Schmied, oder?

Kerstin Ott hat einen Vertrag mit der RTL-Promi-Tanzshow unterschrieben. Die Sängerin, die als Frau erstmals in der Historie des Formats mit einer Tanz-Partnerin antrat, wird für die Teilnahme auch Geld bekommen haben. Und doch: Für die Sängerin («Die immer lacht») glich es von Beginn an eine Folter, an dem RTL-Erfolgsformat teilzunehmen. Ott wusste, dass sie nicht tanzen kann. Da erscheint es naiv, nicht zu wissen, dass sie deswegen vorgeführt werden würde.

«Das fühlt sich falsch für mich an»

Kerstin Ott war mit Abstand schwächste Tänzerin in dieser Staffel von «Let's Dance». Dennoch kam sie immer weiter. Bis in die fünfte Live-Show! Zuletzt musste der Designer und eindeutig freudig-bessere Tänzer Thomas Rath gehen. Das brachte RTL und der Wertungsvorgabe bei «Let's Dance» heftige Kritik ein.

Ott, das offenbarte sich in einer denkwürdigen Live-Show, wollte nicht mehr Teil eines Spiels sein, dass sie kaum nachvollziehen konnte. Bereits im Einspieler vor ihrem Auftritt bei einer Salsa flehte sie: «Ich fühle mich so fehl am Platz, dass ich mich einfach auch sehr unwohl fühle. Und ich kann nicht jede Woche in die Kamera sagen, 'Bitte ruft für mich an!', wenn ich mittlerweile denke: 'Bitte, ruft nicht mehr an!' Das fühlt sich für mich falsch an.»

Endlich und Pocher glänzen

Joachim Llambi empfand die Einstellung Otts grundsätzlich falsch. Der erwähnte Vertrag! Was aber nützt dieser, wenn ein Bauch dagegen rebelliert? Ott also widersprach einer vermeintlich höheren Instanz. Sie folgte sich selbst, Ihre letzten wirklichen Worte waren: «Ich tanze nicht für die Punkte und auch nicht für die Jury. Ich tanze für meine Fans, für meine Frau, für meine Familie und für dich, Regina», barmte sie und blickte zu ihrer Profi-Tanzpartnerin."

Als am Ende einer aussergewöhnlichen Sendung ein Schrei der Erleichterung durch das Studio in Köln hallte, war das für Ott wie ein Befreiungsschlag. Die Sängerin wurde auch nach dem Telefon-Voting der TV-Zuschauer abgewählt. Sie hatte etwas angefangen, das sie niemals hätte machen sollen. Sie zog aber auch die Notbremse. Ein freiwilliger Abgang wäre freilich noch glaubwürdiger gewesen.

Angesichts des Trubels um Kerstin Ott blieben weitere wirklich sehenswerte Höhepunkte leider im Schatten. Ella Endlich beispielsweise lieferte die beste Salsa aller «Let's Dance»- Zeiten. Llambi liess sich sogar zu der sagenhaften Punktezahl «15» hinreissen. Das hatte es so auch noch nicht gegeben. Und Oliver Pocher zeigte als Persiflage auf Freddie Mercury, dass er ein «sehr talentierter» Entertainer sei, wie Jurorin Motsi Mabuse feststellte.

«Let's Dance» lief am Freitag, 26. April, um 20.15 Uhr auf RTL. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

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