Algen, Würmer, Retortenburger: Was essen wir in der Zukunft?

tsch

2.8.2018

Im Kampf gegen den Hunger wird die Menschheit zukünftig nach neuen Lösungen suchen müssen. Werden dabei auch Insekten, Algen und chemisch erzeugte Produkte eine Rolle spielen?

Fast 7,5 Milliarden Menschen leben derzeit auf der Erde. Vor knapp 20 Jahren waren es noch über eine Milliarde weniger. Das Bevölkerungswachstum der letzten Jahrzehnte ging rasant vonstatten und wird wohl auch in Zukunft nicht abflachen. Prognosen gehen davon aus, dass bereits im Jahr 2050 die Zehn-Milliarden-Grenze überschritten werden könnte. Bedenkt man jedoch, dass bereits heutzutage rund eine Milliarde Menschen an Unterernährung leidet, dann steht eines fest: Die Zukunft erfordert Lösungen. Wie sonst kann der Hunger gestillt werden, wenn die Weltbevölkerung in den nächsten 30 Jahren noch mal um ein Drittel ansteigt?

«NZZ Format» widmet sich zu später Stunde genau diesem Thema. In «Algen, Würmer, Retortenburger: Was essen wir 2050?» geht die Infosendung der Frage nach, welche kulinarischen Entwicklungen der Menschheit möglicherweise bevorstehen, um potenziellen Hungerkrisen entgegenzuwirken.

Andere Nahrungsquellen und Essen aus dem Labor

Algen, Würmer und Insekten stehen in vielen Nationen und Gegenden bereits seit Jahrhunderten auf dem Speiseplan, in den westlichen Ländern tut man sich mit solchen kulinarischen Entwicklungen bislang schwer. Möglicherweise liegt aber hierin die Lösung für in der Zukunft auftretende Nahrungsmittelengpässe. Auch Kost aus dem Labor ist denkbar. Es wird an allen Ecken und Enden geforscht, um die Nahrungsmittelsicherheit mit innovativen Konzepten auch in den kommenden Jahrzehnten gewährleisten zu können. Retortenburger und Astronautennahrung könnten durchaus ihren Weg auf die Teller der Zukunft finden.

Die Dokumentation wirft auch einen kritischen Blick auf die Praktiken der gegenwärtigen Lebensmittelindustrie: Insbesondere der exorbitante weltweite Fleischkonsum und die damit einhergehende Massentierhaltung sind mit etlichen Nebenwirkungen verknüpft. Alleine im Nachbarland Deutschland werden 58 Prozent der Ackerflächen für Futtermittel in Anspruch genommen, wie erst kürzlich eine Statistik des Wissensmagazins «Quarks & Co» hervorhob. Somit bleiben weitaus weniger Flächen für den Anbau von Nahrungsmitteln. Der Fleischkonsum ist im letzten halben Jahrhundert um ein Vierfaches gestiegen.

Land zerstört, Lebensmittel im Müll

Doch nicht nur die Nutzung der Weideflächen zum Anbau von Tierfutter, sondern auch die Zerstörung von ehemals nutzbaren Böden durch landwirtschaftlichen Raubbau fordert ihren Tribut. Tausende Hektar Land sind über die Jahre hinweg unbrauchbar geworden, weil der Mensch nicht schonend genug mit seinen Ressourcen umgeht. Andererseits landen Tausende Tonnen an Nahrungsmitteln täglich im Müll - im Prinzip wäre genug für alle da. Kann eventuell mit Richtlinien den Wegwerftendenzen entgegengewirkt und für volle Teller weltweit gesorgt werden? Oder werden zukünftige Hungerkrisen unweigerlich mit Kriegen einhergehen? Möglicherweise müssen wir alle unsere Ernährung umstellen, um dieser Gefahr entgegenzuwirken.

Mehr über Krabbeltiere als Nahrungsmittel erfahren Sie auch in unserem Artikel über die Berner Insektenköchin Andrea Staudacher.

«NZZ Format: Algen, Würmer, Retortenburger - Was essen wir 2050?» läuft am Donnerstag, 2. August, um 23 Uhr auf SRF 1. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

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