TV-Tipp Schweizer Bauerntochter zeigt es Chirurgen weltweit

ZVG/grs/nat

29.4.2018

Rosmarie Frick wurde einst gesagt, ihre Schulnoten seien zu schlecht, um Krankenschwester zu werden. Heute gilt die 68-Jährige als Legende der Mikrochirurgie.

Als Bauernmädchen in Oberbüren SG aufgewachsen, träumte Rosmarie Frick davon, Bäuerin zu werden. Doch daraus wurde nichts: Die Eltern mussten den Hof aufgeben. So kam sie als Pflegehilfe ans Unispital in Zürich. Für mehr reichten ihre schulischen Leistungen nicht, sagte man ihr.

Zum Glück, will man fast schon sagen, denn der Zufall wollte es, dass zu dieser Zeit die Neurochirurgie in Zürich weltweit für Schlagzeilen sorgte. Dem Chirurgen Gazi Yasargil gelang 1967 als erstem eine Bypass-Operation an Hirngefässen zur Behandlung eines Schlaganfalls. Winzigste Gefässe im Millimeterbereich konnten zusammengenäht werden, die moderne Mikrochirurgie fand ihren Anfang.

Sie hat die Nähtechnik perfektioniert

Die junge Rosmarie Frick interessierte sich für diese neuartige Technik und die Forschung dazu. Ohne entsprechende Ausbildung rutschte sie ins Team von Yasargil. «Ich war fasziniert von den Gefässen und der Arbeit mit dem Mikroskop», sagt Rosmarie Frick in einer Medienmitteilung des Schweizer Fernsehens.

Unermüdlich übte Frick die äusserst feine Nähtechnik, perfektionierte sie und wurde schliesslich damit beauftragt, Ärzten das Handwerk der modernen Mikrochirurgie beizubringen. Tausende hat sie mittlerweile auf diesem Gebiet ausgebildet, und jeder namhafte Chirurg der vaskulären Chirurgie ist durch ihre Schule gegangen. Und noch ist nicht Schluss damit - trotz ihrer 68 Jahre.

Darum denkt die Rentnerin noch lange nicht ans Aufhören

Kathrin Winzenried hat der Rentnerin auf ihrer Ausbildungstour rund um die Welt über die Schulter geschaut und stellte fest: Auf die ruhigen Hände von Rosmarie Frick scheint man nicht verzichten zu können. Die hatte sie übrigens schon immer, wie sie gegenüber «Bluewin» erklärt. Dass sie ihren Job, obwohl sie schon pensioniert ist, immer noch ausübt, hat einen ganz bestimmten Grund: «Es bereitet mir grosse Freude, den Kursteilnehmern etwas beizubringen», so Frick. Ausserdem könne sie «mehrere Stunden am Mikroskop arbeiten», ohne dass sie davon müde Augen bekommt.

Vor einem Jahr hat sie gar einen Ehrendoktor erhalten. Sie selber meint gegenüber SRF trocken: «Es ist tipptopp so, wie alles in meinem Leben gekommen ist.»

Der «Reporter» über Rosmarie Frick läuft am Sonntag, 29. April, um 21.45 Uhr auf SRF 1. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

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