Promi-Tanzen So stahl Oliver Pocher bei «Let's Dance» allen die Show

tsch

13.4.2019

Oliver Pocher kann wirklich tanzen. Echt wahr! Er bekam so viel Applaus, wie ihn eine erneut gescheiterte Britney Spears wohl nicht mehr erleben dürfte. Trotz der Euphorie um Pocher, ein grosses Ärgernis bleibt bei «Let's Dance».

Ganz zu Beginn dieser «Let's Dance»-Staffel hatte Oliver Pocher ein Versprechen gegeben. Er sagte: «Wenn ich den Contemporary bekomme, dann vertanze ich meine Geburt.» In der nun vierten Ausgabe der RTL-Live-Show war es soweit. Der Komiker sollte der modernen Art des freien Tanzes seinen Ausdruck verleihen. Man durfte also Schlimmes erwarten. Doch sein Versprechen hat Pocher gebrochen. Zum Glück.

Zu «Wind Of Change» von den Scorpions «vertanzte» er nicht die eigene Geburt, sondern den Mauerfall. Dieses historische Ereignis mag für den Verlauf der Weltgeschichte sehr viel bedeutender gewesen sein als der Tag im Jahr 1978, als ein kleiner Junge in Hannover zur Welt kam. Dennoch hinterliess der Auftritt zunächst Stirnrunzeln: Der Fall der Mauer geschah im November 1989. Die RTL-Sendung hingegen hatte zum Motto der Show «Grüsse aus den 90-ern» ausgerufen.

Tanzen für den Weltfrieden?

Doch wer will schon kleinlich sein beim Kölner Sender, wenn Pocher ein weiteres Mal die komplette Show an sich riss. Er sprang durch eine Mauer aus Pappmaché, zeigte beeindruckend, dass er ein Bein auch gerade von sich strecken kann und lieferte den Spruch des Abends. «Im Gaza-Streifen wird bald nur noch Contemporary getanzt. Weil: Tanzen reisst Mauern ein.»

Sogar Joachim Llambi, bislang nicht Freund davon, dass Pocher seinen eigenen Blödsinn mit dem Tanzen zelebriert, musste darüber schmunzeln. Die mahnenden Worte des Ober-Juroren in Richtung des Entertainers blieben wohl deshalb sehr milde, versteckt anerkennend: «Es war ein wenig Verarsche dabei. Aber deine Gimmicks gestatte ich dir, wenn ich sie auch nicht gutheissen kann.»

Das Voting: ungerecht und ärgerlich

Die Pocher-Show hatte ihren Höhepunkt, als der Comedian den Wettkampf «Boys vs. Girls» verkleidet als Britney Spears auch noch im Alleingang für die männlichen Teilnehmer entschied. Lautstarke «Zugabe»-Rufe und tosender Applaus der Zuschauer hallten durch das Kölner Studio. Noch immer nicht ganz verstummt, überdeckte er ein weiteres Mal das eigentliche Ärgernis bei «Let's Dance». Die Leistung auf dem Parkett bleibt eben nicht immer entscheidend.

Nur magere sieben Punkte bekam Sängerin Kerstin Ott für einen angeblichen Charleston, den nicht nur Llambi nicht erkennen konnte. «Es sah so etwas von langsam und behäbig aus. Es war keine Hüftbewegung da», motzte der Ober-Juror. Er zog wie selbstverständlich seine Kelle mit der traurigen «1».

Thomas Rath hingegen, dessen Freude an einem Tango auch diesmal nicht zu übersehen war, erreichte sehr ordentliche 23 Punkte. «Ihr liefert Woche für Woche ab», lobte Jurorin Motsi Mabuse noch. An ein mögliches Ausscheiden des Designers hatte niemand gedacht.

Doch am Ende zählen immer auch die Stimmen der TV-Zuschauer per Telefon. In einem Punktesystem werden sie den Wertungen der Jury gleichgesetzt. So ist es möglich, dass Ott trotz miserabler Tanzleistung eine Runde weiter ist. Satte 16 Jury-Punkte hatte die weiterhin hölzern und unbeholfen wirkende Sängerin weniger als der lebendig tanzende Rath. Der Designer musste dennoch gehen. Und RTL sollte sein Punktesystem überdenken, wenn selbst die Moderatoren voller Unverständnis reagieren: Daniel Hartwich konnte es jedenfalls kaum fassen: «Thomas Rath ist raus? Wie geht das denn?» Darauf seine Co-Moderatorin Victoria Swarovski (25): «Das ist verrückt.»

«Let's Dance» lief am Freitag, 12. April, um 20.15 Uhr auf RTL. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.


Das sind die «Let's Dance»-Kandidaten
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