Unsichtbare Bedrohung: Superkeime - die tödlichen Feinde

12.7.2018 - 06:42, tsch

Sogenannte «Superkeime» können mit gängigen Antibiotika nicht mehr gestoppt werden.
Source: SRF / NZZ Format

Weil Ärzte zu oft Antibiotika verschreiben, mehren sich Fälle von multiresistenten Bakterien. Brandgefährlich. Die Doku klärt auf und gibt Ratschläge.

Die Entdeckung der Bakterien-hemmenden Wirkung von Penicillin Anfang des 20. Jahrhunderts durch den britischen Arzt Alexander Fleming hatte in der Medizingeschichte für eine dramatisch, hoffnungsfrohe Wende gesorgt: Plötzlich konnten wirksam Krankheiten bekämpft werden, die zuvor als nicht heilbar galten. Doch der Siegeszug der Antibiotika-Präparate hat längst eine Kehrseite: Die Menschheit hat sich mit sogenannten «Superkeimen» winzige, aber äusserst gefährliche Gegner geschaffen. Die neue Dokumentation «NZZ Format: Superkeime - die tödlichen Feinde», die erstmals bei SRF1 gezeigt wird, berichtet vom zunehmend verzweifelten Kampf der Forscher gegen multiresistente Bakterien.

Zehn Millionen Menschen könnten sterben

Schon heute gelten die Superkeime als Geissel des 21. Jahrhunderts und als eine Bedrohung für den Fortbestand der Menschheit, die ebenso brisant ist wie mögliche Hungersnöte und Massenerkrankungen durch Überbevölkerung, Klimawandel, Krieg und Terror. Die vormals oft etwas sorglos und meist allzu rasch verschriebenen gängigen Antibiotika verlieren bei immer mehr Menschen ihre Wirkung. Wissenschaftler rechnen mit dem Horrorszenario, dass multiresistente Bakterien, die nicht mehr in den Griff zu bekommen sind, im Jahr 2050 weltweit zehn Millionen Patienten töten können.

Schon jetzt sterben allein in Europa mindestens 25'000 Menschen jährlich an Superkeimen. Die Dunkelziffer von nicht diagnostizierten Fällen dürfte hoch sein. Ursache für den Siegeszug der wehrhaften Bakterienstämme, die nicht mehr auf gängige Medikamente ansprechen, sei auch unverantwortliches Verhalten mancher Ärzte. Schon bei einfachen Schnupfensymptomen werden bisweilen Antibiotika verschrieben. Die resistenten Keime, die sich bilden, werden von Menschen auf Tiere übertragen, geraten damit in die Nahrungskette und verbreiten sich so noch schneller. Gibt es überhaupt noch eine Waffe, die Killer-Keime zu stoppen? Ein «NZZ»-Team geht dieser Frage nach.

«NZZ Format: Superkeime - die tödlichen Feinde» läuft am Donnerstag, 12. Juli, um 23 Uhr auf SRF 1. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

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