Zehn Jahre ohne Film

Wo steckt eigentlich Jack Nicholson?

Von Fabian Tschamper

22.4.2022

Den Legendenstatus hat Jack Nicholson längst inne, doch seit einiger Zeit liess er sich nicht mehr oft in der Öffentlichkeit blicken – nur noch für sein geliebtes Basketball. Heute wird der Schauspieler 85 Jahre alt.

Von Fabian Tschamper

22.4.2022

Das Ende seiner Schauspiel-Karriere hat Jack Nicholson nie offiziell bekannt gegeben. Wird der exzentrische und geniale Leinwand-Star sein schelmisches Grinsen tatsächlich nicht mehr vor der Filmkamera aufsetzen?

Der Oscar-Preisträger hat sich in den vergangenen Jahren kaum noch öffentlich gezeigt. Heute, am 22. April, wird er 85 Jahre alt.

Doch wo steckt Jack? Vor einem Jahr kursierte eine sorgenerregende Meldung des Boulevardblatts «National Enquirer» – und zwar nur in der Print-Version. Es war wohl reine Spekulation.

Der Artikel berichtet von einer Bypass-Operation, seinem Leben als Eremit, seiner Gewichtszunahme und der damit verbundenen Scham, an die Öffentlichkeit zu treten.

In Wahrheit – und auch das ist nur Spekulation – ist Jack Nicholson wohl schlicht alt und nicht mehr so fit auf den Beinen. Leider. Seine Jahre als Party-Tier Hollywoods sind längst vorbei, haben aber womöglich ihre Spuren hinterlassen.

Einen für jedes Jahrzehnt

Jack Nicholson war immer bekannt dafür, sich nicht wirklich um seinen Ruf zu scheren. Das Spitzbübische hat er nie verloren, sein Talent fürs Schauspiel ebenfalls nicht.

Selten einer ist so furchteinflössend wie Jack in «The Shining», «The Departed», als Joker in Tim Burtons «Batman». Je nach Kontext war sein Lachen schelmisch oder teuflisch.

Schelmisch ist auch seine Persönlichkeit, denn man erinnere sich an folgende Szene.

Schamlos crasht Nicholson ein Interview mit Jennifer Lawrence nach ihrem Oscargewinn für «The Silver Linings Playbook» – und sagt ihr, sie erinnere ihn an eine alte Freundin. Woraufhin Lawrence witzelt, ob er eine neue brauche.

«Ich habe darüber nachgedacht», schmunzelt Jack. Charmant, ohne eine Grenze zu überschreiten. Jennifer Lawrence kann sich während des ganzen Austauschs kaum halten – es ist eben Jack fucking Nicholson.

Er selbst hat natürlich auch ein paar goldene Statuetten, drei an der Zahl. Nominiert war er zwölf Mal. Er hat einen Oscar für jede Dekade, in der er – sagen wir: noch regelmässig – aktiv war. Will heissen, für die 70er, 80er und 90er.

In 50 Jahren kein Spiel verpasst

Jack Nicholson liebt zudem Basketball und die Los Angeles Lakers. Und seine Liebe zu diesem Team ist so gross, dass er dies sogar in seinen Filmverträgen festhält: Er filmt nicht, arbeitet sonst nicht und wird nicht abgelenkt, wenn die Lakers Spieltage haben. Punkt.

Vor der Corona-Pandemie hatte Jack kein einziges Spiel der Los Angeles Lakers verpasst – in fast 50 Jahren. Er besitzt Tickets für die ganze Saison, immer, seit 1970.

Und in all diesen Jahrzehnten sass er immer in der vordersten Reihe, in der Mitte des Platzes.

Los Angeles, CA - October 19: Actor Jack Nicholson and his son Ray attend a game between the Golden State Warriors and the Los Angeles Lakers on October 19, 2021 at Staples Center in Los Angeles. (Allen J. Schaben / Los Angeles Times via Getty Images).
Jack Nicholson und sein Sohn Ray am Spiel der Los Angeles Lakers gegen die Golden State Warriors. Sein Sprössling hat definitiv die Gesichtszüge seines Vaters geerbt.
Los Angeles Times via Getty Images

Wohl nicht mehr vor der Kamera

Sein letzter Film war «How Do You Know» (2010), er hatte in der romantischen Komödie eine Nebenrolle gespielt. Er verkörperte den Vater von Paul Rudd – mit dabei waren auch Owen Wilson und Reese Witherspoon.

Die letzte Hauptrolle – und das hat etwas Poetisches – war «The Bucket List», zu Deutsch: «Das Beste kommt zum Schluss». Zwei langjährige Freunde erfüllen sich vor dem Ableben noch diverse Wünsche. Morgan Freeman stand da mit ihm vor der Kamera.

Wahrscheinlich – und wiederum ist das Spekulation – werden wir keine neuen Werke mit Jack Nicholson mehr sehen. Das schmerzt, aber ist natürlich verständlich in diesem hohen Alter.

Und wie Nicholson selbst zu sagen pflegte: «Ich mache nicht nur Filme, ich mache Klassiker.» Wie wahr.

Ich hoffe, es geht dir gut, Jack. Und Happy Birthday!