Forscher decken 33'000 Jahre alte Gewalttat auf

dpa/uri

5.7.2019

Eine neue Analyse des versteinerten Schädels eines Mannes aus der Altsteinzeit legt nahe, dass er eines gewaltsamen Todes gestorben ist.
Source: Kranoti

Forscher haben die Todesumstände eines modernen Frühmenschen aufgedeckt. Sie führen die Verletzungen an dem Schädel des Mannes auf eine Gewalttat zurück.

Rund 33'000 Jahre nach dem Tod eines Mannes haben Forscher nachgewiesen, dass er wohl Opfer einer Gewalttat wurde. Auch den ersten modernen Europäern lagen demnach Mord und Totschlag nicht fern, schliessen die Wissenschaftler um Katerina Harvati von der Universität im deutschen Tübingen. Analysen des Schädels aus dem Jungpaläolithikum ergaben, dass der Mann wahrscheinlich zwei Hiebe abbekam – womöglich von einem Linkshänder, wie das Team im Fachjournal «PLOS ONE» berichtet.

Der versteinerte Schädel des erwachsenen Mannes war 1941 bei Bergbau-Arbeiten in der Höhle Pestera Cioclovina im südlichen Transsilvanien (Rumänien) entdeckt worden, zusammen mit Steinwerkzeugen und Höhlenbär-Fossilien. Er weist zwei Brüche auf, die die Forscher nun unter anderem im Computertomographen untersucht haben. Ausserdem testeten sie an künstlichen, kugelförmigen Knochenschalen unterschiedliche Szenarien wie einen Sturz oder herabfallende Steine, wie die Paläoanthropologin Harvati mitteilte.



Die Forscher schlossen aus ihren Analysen, dass die Frakturen nicht von einem Unfall stammen, sondern dem Opfer wahrscheinlich von einem Mitmenschen zugefügt wurden. Demnach stand der Täter seinem Opfer wohl gegenüber und versetzte ihm zwei aufeinanderfolgende Hiebe mit einem Knüppel oder einem anderen schlägerförmigen Gegenstand.

Ob es diese beiden Schläge waren, die den Tod des Mannes zur Folge hatten, ist den Wissenschaftlern zufolge nicht mit Sicherheit zu klären, weil nur der Schädel gefunden wurde. Damit sind mögliche tödliche Verletzungen am Körper nicht nachzuvollziehen. Verheilt seien die Brüche jedenfalls nicht – der Mann überlebte die Attacke also nicht.



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