England Der englische Motor stottert weiter

sda

20.6.2024 - 20:53

Zeigte gegen Dänemark gute Ansätze, kam bisher aber wie seine englischen Teamkollegen noch nicht richtig auf Touren: Phil Foden
Zeigte gegen Dänemark gute Ansätze, kam bisher aber wie seine englischen Teamkollegen noch nicht richtig auf Touren: Phil Foden
Keystone

Turnierfavorit England enttäuscht auch im zweiten Gruppenspiel. Trotz vorhandenem Potenzial kommt das Team von Gareth Southgate (noch) nicht richtig auf Touren.

20.6.2024 - 20:53

Sinnbildlich für die momentane Verfassung der Three Lions war in der Neuauflage des Halbfinals von 2021 der Ausgleich gegen Dänemark. Nach einem eigenen Einwurf spielte Harry Kane, der das Spiel aus der eigenen Hälfte heraus ankurbeln wollte, einen haarsträubenden Fehlpass. Die Dänen sagten Danke, nahmen das Geschenk an und sorgten mit einem sehenswerten Distanzschuss durch Morten Hjulmand für den 1:1-Ausgleich, der gleichzeitig auch der Endstand sein sollte.

Erst 34 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt auf der Matchuhr. Den Engländern wäre also noch genügend Zeit geblieben, um zu reagieren. Doch es waren die Dänen, die in der Folge mehr für das Spiel taten. Nur vereinzelt flackerte das Potenzial des EM-Finalisten von 2021 auf. Meist hatte dabei Phil Foden seine Füsse im Spiel. Doch auch ihm wollte der Siegtreffer trotz mehrerer guter Möglichkeiten nicht gelingen.

Kritische Medien

Gareth Southgate zeigte seinen Unmut über das Gezeigte mit einem Dreifachwechsel 20 Minuten vor Schluss, als er mit Kane, Foden und Bukayo Saka seine komplette Offensive vom Feld nahm. Doch auch in der Folge wollte den Engländern kein Tor gelingen.

Der Wind dürfte Southgate in den traditionell kritischen Boulevardmedien auf der Insel noch stärker entgegenwehen, als er dies nach dem wenig glanzvollen Auftaktsieg über Serbien ohnehin schon tat.

Dass er Spieler wie Jack Grealish, Marcus Rashford oder Jadon Sancho nicht ins Kader berufen hat, wird dem 53-Jährigen aufgrund der schwachen Offensiv-Leistung mit Sicherheit vorgehalten. Dass er in Cole Palmer den mit 22 Treffern erfolgreichsten Engländer der abgelaufenen Premier-League-Saison trotz wenig berauschendem Spiel schon zum zweiten Mal 90 Minuten auf der Bank schmoren liess, dürfte die Kritik noch verstärken.

Punktemässig im Soll

Die gute Nachricht für alle, die es mit England halten: Es läuft eigentlich alles nach Plan. Mit vier Punkten aus zwei Spielen dürfte das Achtelfinal-Ticket gebucht sein. Entsprechend schmetterte Kyle Walker die kritischen Fragen einer Reporterin nach dem Spiel ab: «Wir wissen, dass wir es besser können. Aber wir sind an der Spitze unserer Gruppe, haben gegen ein starkes Dänemark nicht verloren, sondern einen Punkt geholt.»

Und zur Wahrheit gehört auch: Die Europameisterschaft wird nicht in der Vorrunde entschieden.

sda