Super League Raphaël Wicky will «aktiven, dominanten Fussball spielen lassen»

voe, sda

2.6.2022 - 14:27

Raphael Wicky: «Ich sehe eine Mannschaft mit viel Potential»

Raphael Wicky: «Ich sehe eine Mannschaft mit viel Potential»

Er kehrt nach 4 Jahren in die Super League zurück: Raphael Wicky ist neuer Trainer des BSC Young Boys. Im Interview spricht er über seine neue Tätigkeit.

02.06.2022

Nach mehrmonatigem Sabbatical übernimmt Raphaël Wicky als YB-Trainer. Der Walliser hat mit den Bernern, die nach vier Meistertiteln in Folge zuletzt nur Platz 3 belegten, hohe Ambitionen.

2.6.2022 - 14:27

Raphaël Wicky, von der sportlichen Leitung um Christoph Spycher und Steve von Bergen werden Sie als der YB-Wunschtrainer bezeichnet. Seit wann wissen Sie es?

«Ich habe das heute gehört, und es ist natürlich schön zu hören. Doch letztlich ist das nicht wichtig, ob ich der Wunschkandidat bin oder nicht.»

Was dann?

«Für mich wichtiger ist, dass ich nach unseren Gesprächen ein gutes Gefühl hatte. Es passt gegenseitig, auch die menschlichen Werte stimmen. Von meiner Seite war es ein leichter Entscheid.»

Für die Klubverantwortlichen offenbar auch...

«Genau, sonst hätten sie sich nach dem ersten Gespräch vor ein paar Wochen nicht wieder gemeldet. Ab dem Moment, ab dem es immer konkreter wurde, merkte ich natürlich, dass sie mich wirklich als Trainer wollen. Das beruht sehr auf Gegenseitigkeit, denn YB ist eine Top-Adresse. Ich bin sehr glücklich und stolz, jetzt als Trainer hier sein zu dürfen.»

Für welchen Fussball stehen Sie?

«Ich will bei YB aktiven, dominanten Fussball spielen lassen, sodass der Funke zu den Fans überspringt.»

Und weiter?

«Ein Fussball auch mit Leidenschaft, sowohl im offensiven wie auch defensiven Bereich. Da gilt es eine gute Balance zu finden. Ich will mich jetzt nicht in taktischen Details verlieren, aber es geht darum, dynamisch zusammen anzugreifen, doch auch zusammen geschlossen und solidarisch zu verteidigen. Ich will eine Mannschaft mit Spielern, die für einander einstehen. Der Team-Gedanke soll über dem eigenen Ego stehen. Das werde ich den Spielern deutlich sagen und vorleben – und von ihnen auch jeden Tag schon im Training einfordern.»

In knapp zwei Wochen ist bei den Young Boys Trainingsbeginn, in sechs Wochen erfolgt der Super-League-Saisonauftakt. Wie zufrieden sind Sie mit dem YB-Kader, welches in den vergangenen Tagen zwei Verstärkungen erhielt?

«Dieses Kader hat enorm viel Potenzial. Ich bin mir aber auch bewusst, dass der Transfermarkt eben erst begonnen hat. Gut möglich, dass das Kader in einigen Wochen etwas anders aussehen wird – ohne, dass ich jetzt genau wüsste, was gerade im Tun ist. Momentan bin ich sehr zufrieden mit den Spielern, die ich zur Verfügung habe. Die Vorfreude, bald mit ihnen arbeiten zu können, ist sehr gross.»

Und als Zielsetzung geben Sie den Titelgewinn heraus?

«Heute ist nicht der Moment, um über klare Ziele zu sprechen. Selbstverständlich ist YB ein Klub mit Ambitionen. Ein Traditionsklub, der zuletzt viele Titel gewonnen hat. Wie zuvor gesagt, verfüge ich auch über ein starkes und talentiertes Kader. Nun geht es aber zuerst einmal darum, die Spieler persönlich kennenzulernen und mit dem Training zu beginnen. Ich verspreche aber, dass ich zusammen mit meinem Staff alles dafür unternehmen werde, um eine Top-Arbeit abzuliefern.»

voe, sda