«Weltwoche» erhebt schwere Vorwürfe gegen Alain Berset

dor/SDA

17.9.2021

«Im Hinblick auf die Herbstferien müssen wir überlegen, was nötig ist»: Bundesrat Alain Berset zu einer möglichen Wiedereinführung der Reisequarantäne. (Archivbild)
Bundesrat und Gesundheitsminister Alain Berset wird erneut von einer früheren Affäre eingeholt. (Archivbild)
Bild: Keystone/Peter Schneider

Alain Berset steht wegen einer früheren Affäre mit einer Frau unter medialem Beschuss. Die SVP-nahe «Weltwoche» erhebt schwere Vorwürfe gegen den SP-Bundesrat. Unter anderem geht es darum, ob er enge Mitarbeiter für eine Privatsache eingespannt hat.

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17.9.2021

Die SVP-nahe «Weltwoche» erhebt in ihrer aktuellen Ausgabe schwere Anschuldigungen gegen Alain Berset. Der SP-Bundesrat soll enge Mitarbeiter für eine Privatsache eingespannt und über seinen Anwalt in einem Strafverfahren falsche Angaben gemacht haben. Bersets Umfeld macht laut «Tages-Anzeiger» deutlich, dass es die Vorwürfe für widerlegt und falsch hält.

Die Anschuldigungen stammten zu weiten Teilen aus Akten zu einem Ende 2020 abgeschlossenen Erpressungsverfahren mit Berset als Geschädigtem. Verfasst wurde der vierseitige «Weltwoche»-Artikel vom ehemaligen Zürcher SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli. Dieser beruft sich auf die Strafakte zum Erpressungsfall, der bereits im November 2020 bekannt geworden war.

Der Zürcher SVP-Nationalrat Alfred Heer will in der Geschäftsprüfungskommission eine Untersuchung beantragen. Heer hat zwei Fragen: Ob es rechtmässig ist, dass Berset seinen Generalsekretär beauftragt, seine privaten Probleme zu lösen. Und was das den Steuerzahler gekostet hat.



Akte geleakt

Trotz einer Stillschweigevereinbarung, die Berset mit einer ehemaligen Geliebten abgeschlossen hat, zitiere die «Weltwoche» ausführlich aus den Akten des Strafverfahrens, schreibt die «Neue Zürcher Zeitung». Verschiedene Umstände würden dagegen sprechen, dass die frühere Geliebte Bersets ihre Stillschweigevereinbarung gebrochen habe, was eine Konventionalstrafe in Höhe von 20'000 Franken zur Folge hätte, heisst es in dem Bericht weiter. Ausserdem: Weil Angaben zu einem Einsatz der polizeilichen Sondereinheit «Tigris» im Zusammenhang mit dem Fall nicht in den Parteiakten enthalten seien, sei eher davon auszugehen, dass die Dokumente via Bundesbehörden der «Weltwoche» zugespielt worden seien. Laut NZZ käme dafür die Bundesanwaltschaft oder die Bundespolizei (Fedpol) in Frage.

Anhand des jetzigen Wissensstands werde die Affäre für den Gesundheitsminister kaum politischen Konsequenzen haben, schreibt die Zeitung – zumindest solange kein strafrechtlich relevantes Vergehen bekannt werde.